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Eine schöne englische Landschaft
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Die feine englische Art

Vom Paddock aufs Pflaster: Der Reiterlook ist zurück

Es ist schon ein amüsantes Schauspiel: Da hetzt die Großstadtbevölkerung gestresst über Kopfsteinpflaster und Beton, nur um sich in der Freizeit panisch nach Stock und Stein zu sehnen – und findet die heiß ersehnte Erdung ausgerechnet im Matsch und Mist des Stalls. Während die Laufstege in Mailand und Paris im Wochentakt die nächste hysterische Farb- oder Schnittinnovationsblase durchs Dorf treiben, blickt der Realist dorthin, wo das Leben nach echtem Leder und Hafer riecht: in den Stall.

Kein Wunder also, dass der Pferdesport und die Ästhetik des Reiterns gerade eine massive Renaissance erleben. Wenn selbst Modeschöpfer wie Stella McCartney mit großen, aufmerksamkeitsstarken Kampagnen rund um das Thema Equine Therapy und die fast magische Verbindung zwischen Mensch und Pferd aufmerksam macht, zeigt das, dass die Sehnsucht nach unverfälschten Werten im urbanen Raum angekommen ist. Man will raus aus der sterilen Digitalität, rein in die physische Realität des Hofes.

Die unerschütterliche Wachsjacke: Barbour

Wenn es um wetterfeste Country-Kleidung geht, führt kein Weg an Barbour vorbei. Diese Jacken verweigern sich konsequent der Wegwerfästhetik. Sie wachsen mit ihren Aufgaben, sehen mit jedem Schlammspritzer noch besser aus und gewinnen durch Jahre des Tragens erst an Charakter.

Ob gewachste Baumwolle, schwere Kordkragen oder das klassische Stepp-Sakko – hier regiert Handwerk statt Marketingblabla. Ein verlässliches Bollwerk aus Wolle und robuster Baumwolle, an dem sich jeder Witterungswechsel schlicht die Zähne ausbeißt. Wer einmal erlebt hat, wie eine echte Wachsjacke nach zwanzig Jahren im Einsatz immer noch dichthält, während die synthetischen Funktionsmäntel der Kollegen längst den Geist aufgegeben haben, versteht, warum hier keine Kompromisse gemacht werden.

Die feine englische Art: Hackett London und Herringbone

Wer den klassischen, aristokratischen Gestus des britischen Landsports sucht, landet zwangsläufig bei jenen Marken, die das Schneiderhandwerk noch ernst nehmen. Hackett London macht genau das und fertigt jene lässig-elegante Mode an, für die Großbritannien berühmt geworden ist. 

Dazu gesellen sich weitere Fashionhäuser und Spezialisten wie Herringbone, die mit traditioneller Tweed- und Wollbekleidung genau die Robustheit in den Kleiderschrank bringen, die man für den authentischen Countrystyle braucht. Denn hier dominiert ganz klar das Material: kratzbürstiger, aber unverwüstlicher Tweed, der im Wind wärmt, gepaart mit schwerer Wolle und Kord, die vielleicht nicht ganz so geschmeidig und dynamisch am Körper liegen, dafür aber jede Saison mit stoischer Ruhe mitmachen. Das ist keine Kleidung für den windstillen Innenhof, sondern für den harten Alltag auf der Koppel.

Sportliche Lässigkeit: Fred Perry und Charles Robertson

Der Look lebt vom Bruch – von der derben Kante des Tweeds, die durch sportliche Klassiker eine ungezwungene Note bekommt. Da fügt sich Fred Perry mit seinen traditionellen Poloshirts nahtlos ein, während Charles Robertson mit bewährten Basics und Hemden für die nötige Struktur sorgt.

Wer eine feine Bluse unter das schwere Tweed-Sakko zieht, bekommt genau diesen mühelosen Spagat hin: bereit für den Stall, aber salonfähig genug für den anschließenden Gin Tonic im Clubhaus.

Das Handwerk am Sattel: Kensington

Kein echter Look funktioniert ohne das passende Zubehör, das den oft anstrengenden Alltag auf dem Hof und mit dem Pferd übersteht. Wenn es um klassische Lederhandtaschen, robustes Zaumzeug und langlebige Accessoires geht, schaut man bei Manufakturen wie Kensington vorbei.

Hier zeigt sich, dass edles Leder und strapazierfähige Materialien keine Gegensätze sind. Es ist der matte Glanz von echtem Sattelleder, der den praktischen Nutzen auf dem Hof mit einer klaren, schnörkellosen Ästhetik verbindet. Diese Stücke sind dafür gemacht, zu patinieren, Schrammen zu sammeln und dabei von Jahr zu Jahr besser auszusehen. Wie eine Louis-Vuitton-Bag für den Stall.

Von der Koppel in den Feed

Es ist keineswegs so, dass dieser Stil nur staubigen Archiven entspränge. Ganz im Gegenteil: Er hat längst den Sprung in die digitale High-Society-Modewelt geschafft. Das beweisen Influencerinnen wie Sona Joof, die mit ihrer High-End-Equestrian-Marke VON JOOF den Nerv der Zeit treffen. Aus einer tiefen, lebenslangen Leidenschaft für Pferde und Kunst sowie einem elterlichen Hintergrund im kreativen Schaffen heraus verbindet sie ihr technisches und wirtschaftliches Know-how mit purer Ästhetik. Mit Plattformen wie equestrian.vogue gestartet, ist daraus eine Marke erwachsen, die den Balanceakt zwischen kompromissloser Funktionalität im Sattel und raffinierter Eleganz perfekt zelebriert.

In Großbritannien sind Vorbilder wie Callie Coles sowie diverse britische Country-Creator, die den Country- und Equestrian-Chic massentauglich machen, indem sie historische Versatzstücke brechen: Da wird die hochgeschlossene Rüschenbluse unter den derben, geschwärzten Blazer angezogen, das gestreifte Maxikleid mit Wellies getragen und die enge Jodhpur-Hose mit hohem Bund mit schweren, kniehohen Reitstiefeln mit Profilsohle kombiniert. Man trägt den unaufgeregten Look der britischen Gutsherrin beim Morgenritt – komplett mit gefüttertem Cape, Tartan-Schals und handgestrickten Zopfmusterpullovern, die so aussehen, als hätte Granny sie eigenhändig gegen den schottischen Seewind gestrickt.

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