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Cornwalls kulinarische Spezialität: Cornish Pasty

Cornish Pasty

Wer in Cornwall unterwegs ist, begegnet früher oder später ganz unweigerlich diesem halbmondförmigen und verführerisch duftenden Teigtäschchen. Die Cornish Pasty ist ein wärmendes Wohlfühlessen und Nationalgericht mit Kultfaktor. 

Schon lange bevor Burger, Wraps und Co. den Begriff „Fast Food“ prägten, wurden die praktischen Pasties als Essen- To-go erfunden. Ihre Ursprünge reichen in die Zeit zurück, als der Bergbau das Leben in Cornwall prägte: Zinn- und Kupferminen boten vielen Männern im 18. und 19. Jahrhundert einen Arbeitsplatz. Um sie für ihren kräftezehrenden Job zu stärken, waren die Backwaren aus Mürbteig und einer sättigenden Füllung aus Steckrüben, Kartoffeln, Zwiebeln und (manchmal) Fleisch ideal. Sie waren ohne zusätzliches Geschirr leicht zu essen und dank des dicken Mürbteigs hielt sich der „Eintopf“ im Inneren stundenlang warm. 

Halbmond mit Krempe

Die D-förmige Form mit dem dicken Rand, der „Crimp“, kommt nicht von ungefähr: Die Bergleute konnten daran die Pasty mit ihren verschmutzten Händen beim Essen festhalten und diesen Teil anschließend wegwerfen. Obwohl es ja eigentlich kein Wegwerfen war, wenn man den Legenden trauen darf: Die Teigreste dienten demnach als kleine Bestechungsgabe für die Knockers, die Berggeister, die es immer galt, freundlich zu stimmen.

Heute müssen sich die Berggeister wohl anders versorgen, denn kaum jemand würde auch nur auf einen kleinen Teil der leckeren Cornish Pasties verzichten. Doch die Form und die Zutaten sind gleich geblieben und seit 2011 trägt diese Pastete sogar den Status der geschützten geografischen Angabe (Protected Geographical Indication): „Cornish Pasty“ darf sich nur nennen, was in Cornwall nach festgelegten Kriterien hergestellt wurde. Dazu gehört neben der typischen Form mit dem gekrimpten Rand, dass für die Füllung ausschließlich Kartoffeln, Steckrüben, Zwiebeln, Rindfleisch und Gewürze verwendet werden dürfen. Alles muss ungekocht in den Teig eingeschlagen werden und gart während des Backvorgangs im eigenen Saft.

Ganz klassisch oder munter variiert

Ja, es gibt heutzutage auch unzählige weitere Varianten und man findet in Cornwalls Bäckereien auch Pasties mit Käse und Lauch, mit Pilzen, mit Huhn oder in exotischen Varianten. Vegetarisch oder vegan ist oft eine Option. Puristen mit Nationalstolz rümpfen dann zwar kurz die Nase – der Beliebtheit der vielfältigen Alternativen tut das aber keinen Abbruch. Nur „Cornish Pasty“ darf sich solch eine Teigtasche streng genommen nicht nennen. 

Wer sich beim nächsten Cornwall-Besuch nach windiger Küstenwanderung etwas Gutes tun möchte, sollte sich unbedingt von diesem Stück „Cornwall zum Anbeißen“ verwöhnen lassen. Aber ganz gleich, ob in klassischer oder moderner Form, beim Genuss einer ganz frisch zubereiteten Cornish Pasty ist Vorsicht geboten: Das dampfende Innere bietet Verbrennungsgefahr für die Zunge. Also besser kaufen, mitnehmen und erst einmal einen Rastplatz mit idyllischer Aussicht suchen. Und das fällt in Cornwall ja wirklich nicht schwer. 

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