An der Ostküste Ayrshires, etwa auf der Höhe von Glasgows, liegt das Anwesen Kelburn Castle & Estate. Es umfasst 14 km² und bietet eine Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten. Weitläufige Gärten, verschiedene Spielplätze, Tiere, Cafés und vor allem unterschiedlichste Spazier- und Wanderwege durch das Tal am Kel Burn entlang lassen einen Tag hier wie im Nu vergehen. Wem ein Ausflugstag nicht reicht, der kann sein Lager auf dem angeschlossenen Campingplatz aufschlagen oder sich in einer der exklusiven Jurten einmieten.
Und dann ist da natürlich auch noch das Kelburn Castle, die durch ihre künstlerische Gestaltung zu einem einzigartigen Hingucker wird.
Das Graffiti-Schloss
Kelburn Castle blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Vermutlich um 1143 herum wurde hier ein Holzturm errichtet, den später ein steinerner normannischer Bergfried ersetzte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss mehrfach erweitert, unter anderem durch ein Herrenhaus im William & Mary-Stil und einen viktorianischen Flügel. Das Schloss befindet sich noch immer im Privatbesitz der Familie Boyle, in der seit 1666 der Titel „Earl of Glasgow“ weitervererbt wird. 1977 entschloss sich der 10. Earl of Glasgow, das ursprüngliche Farm-Anwesen der Öffentlichkeit als Erholungs- und Ausflugsziel zugänglich zu machen.
Das Graffiti-Projekt am Schloss war eine innovative Idee der Kinder des derzeitigen Earls, David und Alice Boyle. Sie veranstalten oft künstlerische und musikalische Events und wollten Kelburn Castle eine besondere Note verleihen. Die urbane, brasilianische Street-Art wurde von vier renommierten Künstlern aus Brasilien in Zusammenarbeit mit schottischen Künstlern auf die alten Mauern des Schlosses aufgebracht. Die farbenfrohe Kunst bildet einen spannenden Kontrast zur historischen Architektur des schottischen Schlosses und symbolisiert die Verbindung und Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Kulturen und Lebensräumen.
Wen Details dazu interessieren: Alice Boyle hat die Entwicklung des Graffiti Projects auf ihrer Homepage dokumentiert: https://www.aliceboyle.co.uk/the-graffiti-project-2007
Gärten, Wasserfall und magische Walderlebnisse
Rund ums Schloss sind herrliche Gärten angelegt, die von prächtigen Bäumen und Hecken flankiert werden. „Walled Garden“, „Children’s Garden“ und „The Weeping Larch” – vor Jahrhunderten entstanden und von ganz eigener Magie. Zwei der Eiben, die hier stehen, werden auf ein Alter von über 1.000 Jahren geschätzt. Anziehend ist auch der kleine Wasserfall unweit des Schlosses, der 20 Fuß tief vom Sandstein hinunterstürzt. Sechs Meter – das ist nicht sonderlich hoch, in dieser Umgebung aber trotzdem faszinierend.
Vom Wasserfall aus führen rechts und links des Kel Burn verschiedene Wege das Glen hinauf und hinunter. Man kann sie als Rundweg komplett oder nur einen Teil ablaufen. Brücken machen unterwegs Routenänderungen möglich. Immer wieder locken Seitenwege auf kleine Abstecher in die Natur. Und immer wieder tauchen plötzlich Kunstobjekte auf, Skulpturen, die auf mystische Weise mit der Natur verschmelzen.
Viele Spielplätze und „Pet’s Corner“ mit Tieren wie Alpacas, Ziegen, Gänse und Hühner machen das Kelburn Castle & Estate auch zu einem idealen Ziel für Familienausflüge. „Im Secret Forest“ gibt es Krokodilhöhlen, die Burg eines Riesen, eine Feensiedlung, ein Pfefferkuchenhaus und anderes Märchenhaftes zu entdecken – immer liebevoll in die Natur eingepasst.
Kurzer Stopp oder Ferienaufenthalt
Dass Kelburn Castle & Estate in den letzten Jahren so viel an Beliebtheit hinzugewonnen hat, liegt sicher nicht zuletzt an der Vielfältigkeit der Angebote. Manch einer kommt nur zu einem kurzen Spaziergang mit anschließendem Besuch des Cafés her, andere freuen sich auf einen ausgedehnten Outdoor-Tag, und wieder andere machen einen Familienausflug über das Wochenende. Die Möglichkeit, hier auf dem Anwesen auch zu übernachten, wurde ja bereits eingangs erwähnt.
Der Eintritt zum Estate ist kostenlos, nur für besondere Events braucht man ein Ticket. Verdient wird über das Parkticket (6 Pfund pro PKW) und die Einnahmen im Shop und Café.


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