Seine Liebe gilt gleichermaßen dem Theater und dem Film, viele Preise konnte er bereits für sich verbuchen und bei einigen der bekanntesten Filme der letzten Jahrzehnte führte er Regie. Heute wird der britische Ausnahmeregisseur Sam Mendes 61 Jahre alt.
Leben
Samuel Alexander Mendes wurde am 1. August 1965 als Kind des Schriftstellers und Hochschullehrers James Peter Mendes und der Schriftstellerin Valerie Helene Mendes in Reading in England geboren. Er ging in Oxford zur Schule und studierte in Cambridge, wo er 1987 seinen Abschluss als Bachelor in Englisch machte. Seine berufliche Karriere begann am Theater. 1992 wurde er Leiter des Londoner Donmar Warehouse Theaters, bevor er nach Hollywood ging und dort 1999 seinen ersten Kinofilm drehte. Im Laufe der nächsten Jahre kehrte er zwischen Filmproduktionen immer mal wieder ans Theater zurück und kam im Rahmen seiner Inszenierungen auch nach Deutschland, als Anton Tschechows „Kirschgarten“ am 3. Mai 2009 bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen gezeigt wurde.
Von 2003 bis 2010 war Sam Mendes mit Kate Winslet verheiratet. Aus der Ehe stammt ein gemeinsamer Sohn. 2017 heiratete er die Trompeterin Alison Balsom.
Filme und Auszeichnungen
Gleich sein erster Kinofilm „American Beauty“ aus dem Jahr 1999 räumte mehrere Preise ab. Sam Mendes erhielt dabei den Oscar für die beste Regie. Der Film zeigt auf eindrückliche Weise die Instabilität scheinbar perfekter Vorstadtfassaden und das, was sich in Wahrheit dahinter verbirgt.
Sein nächster Film „Road to Perdition“ war bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Jahr 2002 für den Goldenen Löwen nominiert. Die Handlung umfasst ein Gangster-Drama, das gleichzeitig auch eine Vater-Sohn-Geschichte ist. Namhafte Schauspieler wie Tom Hanks, Paul Newman, Daniel Craig und Jude Law waren beteiligt.
2005 erschien „Jarhead – Willkommen im Dreck“, ein Kriegsfilm, der zeigen soll, was es mit einem Soldaten machen kann, wenn er bei brütender Hitze über Monate in der Wüste ausharrt und wartet. Es geht um Sinnlosigkeit, Leere und Desillusion.
2008 folgte das Drama „Zeiten des Aufruhrs“ mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio in den Hauptrollen. Sam Mendes wurde in der Kategorie „bester Regisseur“ für den Golden Globe nominiert. Es war bereits seine zweite Nominierung für diesen Preis.
Im Jahr 2012 übernahm er die Regie für „Skyfall“, den 23. James Bond Film, gefolgt von „Spectre“ im Jahr 2015.
„Charlie and the Chocolate Factory“, eine Musicaladaption des Kinderbuches von Roald Dahl, wurde 2013 für den Olivier Award nominiert.
Das Kriegsdrama „1917“ gewann gleich zwei Golden Globe Awards, einen in der Kategorie Filmdrama und einen in der Kategorie Regie, und war für sage und schreibe zehn Oscars nominiert.
Im September 2022 folgte „Empire of Light“, ein Liebesfilm, der im England der 80er Jahre spielt. Zwei sehr unterschiedliche Menschen nähern sich einander an. Themen sind persönliche Geschichten, wirtschaftlichen Wandel, die Kraft des Kinos und der Einfluss von Filmen.
Noch viele weitere Auszeichnungen wären zu nennen, darunter zahlreiche Theater Awards. Sam Mendes beschäftigt sich mit schweren Themen, die Menschen berühren und in denen sie sich wiederfinden. Es geht um vermeintliche Pflichten, die die Gesellschaft uns auferlegt, um Krieg und scheinbare Männlichkeit, um Ausnahmesituationen und schwerwiegende Konflikte. Und es werden Menschen gezeigt, die unter starkem innerem und äußerem Druck stehen und daran zu zerbrechen drohen. Sam Mendes bedient sich einer hoch gelobten starken Bildsprache, arbeitet mit Licht und Schatten in perfekter Abstimmung auf die jeweilige Szene, baut Spannung ruhig aber gezielt auf und legt den Fokus stets auf die Figuren.
Queen Elizabeth II schlug Sam Mendes im Jahr 2020 für seine herausragenden Verdienste um die darstellenden Künste zum Ritter. Seitdem darf er sich Sir Sam Mendes nennen.


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