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Happy Birthday, Paul Young: He Came Back – and Stayed

Happy Birthday, Paul Young: He Came Back – and Stayed

“Come Back and Stay” könnte auch als Überschrift seines Lebens dienen. Denn Paul Young, der heute 70 wird, kam und ist nie wirklich wieder verschwunden. Nicht nur in unseren Herzen, sondern in den Charts, im Radio, in Küchen und Autos auf britischen Landstraßen und weit darüber hinaus. Nicht als One-Hit-Wonder, sondern als vertraute Konstante.

Dass diese Selbstverständlichkeit nie geplant war, hat Young kürzlich in einem Interview bei der BBC sehr nüchtern beschrieben. „Ich habe mich zwar immer für Musik interessiert“, sagt er fast entschuldigend. Aber in seiner Familie habe es eigentlich keinen offensichtlichen Grund gegeben. „Es gab keine andere musikalische Begabung in der Familie, außer meiner Mutter. Sie war Sängerin im Luton Girls’ Choir.“ 

Die Popmusik hat ihn früh gepackt

Auf Autofahrten im Sommer lief das Radio, erzählt er, und er hörte nicht nur zu, sondern ganz genau hin. Klavierunterricht mit acht Jahren habe er nicht besonders gemocht, „aber ich glaube, er hat mir ein musikalisches Verständnis gegeben“. Er habe verstanden, was der Bass spielt, was die Gitarre macht, wie sich Instrumente voneinander trennen lassen. „Das war immer da.“

Mit sechzehn, kurz vor dem Schulabschluss, sei der Entschluss gefallen. „Ich dachte, ich will nichts anderes machen.“ Der Einstieg ins Musikleben verlief allerdings weniger glamourös, als Popbiografien es gern erzählen. Jobs als Sänger bekam er zunächst keine. „Ich bin dann eine längere Zeit Bassist gewesen“, sagt Young, und man hört darin keine Bitterkeit, eher Pragmatismus. Typisch britisch eben. Singen durfte er zwischendurch, und wie er selbst sagt, „es hat sich immer besser angefühlt, auch wenn ich als Bassist völlig okay war“.

Vom Bassist zum Lead-Sänger

Der Übergang zur Stimme kam nicht als große Entscheidung, sondern ergab sich allmählich. Die Songs, die die Band schrieb, passten plötzlich nicht mehr zum eigentlichen Sänger, sondern zu ihm. Die ersten Demos entstanden mit Young am Mikrofon, fast nebenbei. Der entscheidende Moment folgte nicht auf einer Bühne, sondern im Studio. Eine andere Band hörte ihn zufällig, der Studiobetreiber legte ein gutes Wort ein. „Und das war der Moment, in dem alles anfing“, sagt Young.

1980 wurde er Teil der Band Streetband, deren Song „Toast“ durch ein ungewöhnliches Musikvideo bekannt wurde, in dem die vier Musiker in einem improvisierten Küchen-Setting auftreten, irgendwo zwischen Fernsehkulisse und Alltagsraum. Funk, Humor und Improvisation statt Pop-Gestus. Der Song lief oft im Radio, auch dank Kenny Everett, und brachte Young erstmals nationale Aufmerksamkeit.

Der Beginn seiner Solokarriere

Der entscheidende Schritt folgte kurz darauf. Nach weiteren Bandstationen startete Paul Young Anfang der Achtziger seine Solo-Karriere. 1983 erschien das Album No Parlez, das ihn endgültig etablierte. Songs wie „Come Back and Stay“, „Love of the Common People“ und später „Every Time You Go Away“ wurden internationale Erfolge, letzterer erreichte Platz eins der US-Charts. In Großbritannien blieb „Wherever I Lay My Hat (That’s My Home)“ einer seiner prägendsten Titel. Young wurde in den Achtzigern zu einer festen Größe im britischen Pop, ohne sich je in den Vordergrund zu spielen.

Auch in den Neunzigern und darüber hinaus blieb er aktiv, veröffentlichte Alben, arbeitete genreübergreifend und tourte kontinuierlich weiter. Seine Musik lief weiter, selbst als sich der Popbetrieb längst anderen Stimmen zugewandt hatte. Vielleicht ist genau das der Grund, warum die BBC seiner Karriere jüngst eine ganze Sendestunde widmete. Weniger als Rückblick, mehr als Bestandsaufnahme.

Songs und Stories 

Auch live setzt Young bis heute auf Nähe statt Inszenierung. Für 2026 ist erneut eine große Tour durch Großbritannien und Irland angekündigt. “Songs and Stories” heißt der Abend, und der Titel ist Programm. Musik, eingebettet in Erfahrung, erzählt ohne Eile. Kein Versuch, sich neu zu erfinden, kein Abschiedstour-Pathos, sondern einfach Paul und seine Fans. 

Happy Birthday, Paul and please don’t ever go away!

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