Die St Paul’s Cathedral ist eines der bekanntesten Gebäude der Welt, ein Ort des Glaubens, der Zuflucht und der gemeinsamen Geschichte. Und vor allem ein Ort mit außergewöhnlichen Menschen und einer lebendigen Tradition. So könnte man das berühmteste Kirchenhaus Großbritanniens kurz umschreiben.
Ursprünglich ein Tempel
Die Geschichte beginnt bereits in der Zeit der römischen Besetzung: An der Stelle der heutigen St Paul’s Cathedral stand möglicherweise ein römischer Tempel, welcher der Göttin Diana geweiht war.
Der große Brand von 1666
Die erste St Paul’s Cathedral aus dem Jahr 604 wurde von Wikingern beschädigt und 962 weitgehend wieder aufgebaut. Erst 1087 begannen die Arbeiten an einem prächtigen Neubau im Stil der Normannen, die kurz zuvor unter Wilhelm dem Eroberer in England eingefallen waren. Es dauerte über 200 Jahre, bis die neue Kathedrale fertiggestellt war. Das Design der Kathedrale wurde stark vom französisch-gotischen Stil beeinflusst. Dieser Bau stand bis 1666, als der „Große Brand“ von London das Herz der Stadt verwüstete und die damalige Kathedrale zerstörte.
Die Stunde für den großen Baumeister Londons war gekommen
1668 wurde der erst 35 Jahre alte Architekt Sir Christopher Wren beauftragt, einen Entwurf für eine neue Kathedrale anzufertigen. Seine ersten beiden Entwürfe wurden abgelehnt, sein dritter Plan jedoch 1675 angenommen. Der Bau wurde schließlich 1710 abgeschlossen. Das auffälligste Merkmal von St Paul’s ist ihre gewaltige Kuppel, die von einem Kreuz gekrönt wird, das sich etwa 112 Meter über dem Boden erhebt.
Die Whispering Gallery – Akustisches Wunder in der Kuppel
Ein besonderes Highlight ist die berühmte Whispering Gallery, ein kreisförmiger Umgang, der hoch oben im Inneren der Kuppel verläuft. In rund 30 Metern Höhe bietet sie nicht nur einen eindrucksvollen Blick auf das Kirchenschiff, sondern fasziniert vor allem durch ihre außergewöhnliche Akustik. Aufgrund der gekrümmten Wandflächen können selbst leise geflüsterte Worte von einer Seite der Galerie zur anderen getragen werden – ein Effekt, der Besucher seit Jahrhunderten begeistert und welcher der Galerie ihren Namen gab. Erreichbar ist die Whispering Gallery über eine schmale Treppe mit 259 Stufen, die sich spiralförmig nach oben windet.
Ein Rebranding führt in die Moderne
St Paul’s Cathedral präsentiert sich heutzutage mit einem neuen, modernen Erscheinungsbild – verwurzelt in christlicher Tradition. Die neue Identität positioniert das Gotteshaus nicht nur als architektonische Ikone, sondern als lebendige, aktive Kathedrale, die fest im Alltag der Stadt verankert ist. Unter anderem wurden Schriftzüge in der Kathedrale modernisiert und die öffentlichen Auftritte in den sozialen Medien in einem zeitlosen Design gestaltet. Diese Ausrichtung wird durch die neue Vision der Kathedrale ergänzt, wie Emily MacKenzie, Chief Operating Officer von St Paul’s, erklärt: „Seit Jahrhunderten steht St Paul’s im Herzen Londons – physisch wie spirituell. Ein Ort, der inspiriert, Menschen ihrem Glauben näherbringt und alle willkommen heißt. Die Kathedrale gehört jedem. Sie ist ein Ort der Stille in einer lauten Welt, mit bewegenden Gottesdiensten und einer Gemeinschaft, die Menschen warm empfängt.“
In der Krypta befinden sich die sterblichen Überreste vieler bedeutender Persönlichkeiten, darunter Horatio Nelson, der Herzog von Wellington und natürlich Sir Christopher Wren. Die Kathedrale war auch Schauplatz zahlreicher Hochzeiten, Beerdigungen und anderer wichtiger Ereignisse. Nelsons Beerdigung fand 1806 in St Paul’s statt. Die Beerdigung des Herzogs von Wellington wurde 1852 dort abgehalten, und 1897 fand hier der Gottesdienst zum diamantenen Thronjubiläum von Königin Victoria statt. 1981 heirateten Prinz Charles und Prinzessin Diana in der Kathedrale.
stpaulscathedral.uk
Mehr über den großen Baumeister von London erfahren Sie in diesem Blogbeitrag:
Vor 300 Jahren starb Christopher Wren


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