Letzte Woche durfte ich einer ganz besonderen Einladung folgen: Das britische Generalkonsulat hatte zur Feier „80 Jahre Operation Marriage: Die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen durch das Vereinigte Königreich“ geladen. Als ich die Einladung erhielt, habe ich mich sehr gefreut – sie ist für mich eine besondere Anerkennung der engen und vertrauensvollen Beziehungen, die uns mit unseren britischen Partnern verbinden.
Die Veranstaltung fand im Teehaus der Düsseldorfer Galopprennbahn statt – ein sehr stimmungsvoller Ort, der dem Anlass mehr als gerecht wurde. Über 200 Gäste waren gekommen, um an dieses wichtige Kapitel der Landesgeschichte zu erinnern und gleichzeitig nach vorne zu blicken: Was bedeutet diese gemeinsame Geschichte heute für die deutsch‑britischen Beziehungen, für Demokratie und für Europa?
Gemeinsam mit der Deutsch-Britischen Gesellschaft Düsseldorf e.V. und vielen engagierten Partnern wurde ein Programm gestaltet, das die historische Tiefe mit einem persönlichen und sehr menschlichen Rahmen verband. Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich viele gute Gespräche, alte Kontakte wurden aufgefrischt und neue geknüpft – ein schönes Beispiel dafür, wie gelebte Freundschaft zwischen Deutschland und Großbritannien aussieht.
Von der Gründung Nordrhein-Westfalens bis heute
Besonders eindrucksvoll waren für mich die fünf Reden – insbesondere die Rede des britischen Botschafters Andrew Mitchell, die Keynote von Europaminister und Chef der NRW-Staatskanzlei Nathanael Liminski und der Beitrag von Henning Höne, Vorsitzender der Parlamentariergruppe NRW-UK im Landtag von Nordrhein-Westfalen.
Nathanael Liminski schlug in seiner Keynote den Bogen von der historischen Gründung Nordrhein-Westfalens bis zu den heutigen deutsch-britischen Beziehungen. Dabei wurde deutlich, dass „Operation Marriage“ weit mehr war als ein technischer Verwaltungsakt: Die Entscheidung der britischen Besatzungsmacht prägte die politische Entwicklung des Landes und steht zugleich am Anfang einer Partnerschaft, die bis heute fortwirkt.
Auch Henning Höne knüpfte daran an. Als Vorsitzender der Parlamentariergruppe NRW-UK setzt er sich dafür ein, die engen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Vereinigten Königreich weiterzuentwickeln und den politischen Austausch zu fördern.
Eine Partnerschaft, die weiterlebt
Die Grußworte der britischen Generalkonsulin Roseanna Watson und die weiteren Beiträge machten deutlich, dass diese Verbindung heute längst über ihre historischen Wurzeln hinausgeht. Gerade nach dem Brexit und angesichts großer geopolitischer Herausforderungen kommt es darauf an, bestehende Brücken zu pflegen und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Die gemeinsamen Interessen und Werte bilden dafür nach wie vor eine starke Grundlage.
Ein besonderer Moment des Abends war das Anschneiden des Jubiläumskuchens gemeinsam mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller, dem britischen Botschafter Andrew Mitchell, Generalkonsulin Roseanna Watson, Europaminister Nathanael Liminski und Henning Höne. Für mich hatte diese Szene etwas sehr Symbolisches: Die politischen Vertreter des Landes, die kommunale Ebene, die britische Seite und die Zivilgesellschaft kommen zusammen – und feiern nicht nur ein historisches Datum, sondern eine Partnerschaft, die im Alltag gelebt wird. Dass ich selbst dabei mit dem Kuchen in der Hand festgehalten wurde, hat diesen Moment für mich persönlich noch einmal unterstrichen.
Was nehme ich persönlich aus diesem Abend mit?
Vor allem die Erkenntnis, dass die deutsch-britischen Beziehungen weit mehr sind als ein Kapitel der Geschichte. Sie leben von den Menschen, die sie heute weitertragen – in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gerade in politisch unruhigen Zeiten lohnt es sich, sich an die gemeinsamen Wurzeln zu erinnern. Sie zeigen, was über Jahrzehnte gewachsen ist, und machen zugleich deutlich, dass Freundschaft und Partnerschaft immer wieder neu mit Leben gefüllt werden müssen.
Die vielen Gespräche beim „Flying Dinner“ am Ende der Veranstaltung haben mir gezeigt, wie groß die Bereitschaft dazu ist. Und vielleicht ist genau das die schönste Verbindung zwischen der „Operation Marriage“ von damals und den deutsch-britischen Beziehungen von heute: Aus einer politischen Entscheidung ist über die Jahrzehnte eine Partnerschaft zwischen Menschen geworden.
Ich bin dem britischen Generalkonsulat und allen Mitwirkenden sehr dankbar für die Einladung und die ausgezeichnete Organisation dieser Feier. Für mich war es nicht nur ein Festakt, sondern ein inspirierender Abend, der einmal mehr gezeigt hat, wie eng Nordrhein-Westfalen und das Vereinigte Königreich miteinander verbunden sind – historisch, politisch und menschlich.


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