Die feine englische Art

Dinner for One


Dinner for One

Kommt bei einem Großbritannienbesuch rein zufällig die Rede auf Silvester, dann vermuten deutschsprachige Touristen, dass die Briten „Dinner for One“ kennen. Dies erweist sich als Irrtum. Im Vereinigten Königreich hat niemand je von Miss Sophie, Butler James und dem Club der toten Gäste gehört. Höflich, aber leicht befremdet hören sich die Einheimischen dann an, wie lustig es ist, wenn James als Admiral von Schneider mit den Hacken knallt oder als „dear Mr. Winterbottom“ Miss Sophie „younger than ever“ findet. Dank Youtube auf rasch gezücktem Smartphone lässt sich inzwischen zeigen, wovon man hier eigentlich redet, und dann finden die Briten es auch ganz nett. Der Sketch, den es inzwischen ja auch in diversen nachgespielten deutschen Versionen gibt (op Platt, auf Kölsch, auf Hessisch …) hat wirklich eine kuriose Geschichte. Er stammt vermutlich aus den 1920ern. Der englische Komiker Freddie Frinton, der den Butler spielt, kaufte die Rechte und ging damit in den Vierzigern und Fünfzigern auf Tournee.  Deutschlands damaliger Lieblingsentertainer Peter Frankenfeld, so geht die Legende, entdeckte die geniale kleine Geschichte im Seebad Blackpool in einem Varieté und holte sie in seine Show. Dann wurde der Sketch – da er gut ankam – in einem Hamburger Theater erneut gespielt (mit der damals erst 71 Jahre alten May Warden als 90jährige Miss Sophie) und vom NDR aufgezeichnet. Der Sender nutzte die Aufnahme fortan als Pausenfüller und brachte sie zu beliebigen Zeiten, obwohl die Handlung eindeutig an Silvester spielt. Erst seit 31. Dezember 1972 ist die Geschichte um die feine alte Dame und ihren torkelnden Butler fester Bestandteil des Silvesterprogramms. Bald 55 Jahre sind seit der Erstausstrahlung vergangen – wenn das kein Grund ist, einen Toast auszusprechen. Cheerio, Miss Sophie!

Wissenswertes rund um Dinner for One lässt sich beim NDR nachlesen, und da gibt es auch ein Quiz für Kenner: https://www.ndr.de/unterhaltung/comedy/dinner_for_one/

Butler James ist auch in unserem Sortiment präsent. 


 

 

Kommentar hinzufügen

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle mit einem * markierten Felder müssen ausgefüllt sein).