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Ein Blick in das akademische Leben von Cambridge

Ein Blick in das akademische Leben von Cambridge

Das britische Hochschulwesen unterscheidet sich stark vom System bei uns: Zu den ältesten Institutionen gehören die im 12. Jahrhundert entstandene Universität Oxford, die 1209 gegründete Universität Cambridge und die im 15. Jahrhundert gegründete Universität St Andrews. Im Gegensatz zur Bezeichnung „University“ ist der Begriff „College“ in Großbritannien nicht eindeutig geschützt und wird für sehr unterschiedliche Bildungseinrichtungen verwendet. Anfang der 1990er-Jahre kam es zu einer Reform des britischen Hochschulwesens. Seither fallen Hunderte von Bildungsträgern unter den Begriff „College“. Ein guter Merksatz lautet, dass für ein Hochschulstudium nur „Higher Education Colleges“ infrage kommen. 

Colleges mit Rang und Namen

Viele Studierende empfinden Cambridge als akademisch anspruchsvoller als die „Rivalin“ Oxford. Hilfreich bei der Auswahl sind die Ranglisten, die die verschiedensten Eigenschaften der Colleges beleuchten. 

In der Studentenstadt Cambridge werben 31 Colleges um die Gunst der Abiturientinnen und Abiturienten. Als das freundlichste College gilt das Emmanuel College, mitten im Stadtzentrum gelegen, mit einer „kleinen“ Gemeinschaft von rund 600 Studierenden und 170 Mitarbeitenden. Bei anderen Colleges wird hart selektiert: Die Zulassungsquote zum St Catharine’s College beträgt nur 17,9 Prozent. Am ehesten erhält man einen Studienplatz in mittelalterlichen Sprachen: Hier werden 69 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber zugelassen. 

Ein Besuch in den Colleges

Die meisten Besucher von Cambridge möchten natürlich einen Blick in ein oder zwei Colleges werfen und sich vielleicht dabei in der Vorstellung wiederfinden, als Student oder Studentin durch die Hallen eines der renommiertesten Colleges des Landes zu wandeln. Und wer weiß – vielleicht wird aus dieser Vorstellung ja Realität!  Denn bekanntlich ist man nie zu alt, um zu studieren. Es sollen schon über 90-Jährige einen Bachelorabschluss, einen Masterabschluss oder sogar einen PhD (Doktortitel) erworben haben. Wer zu einem Studiengang zugelassen wird, verbringt die meiste Zeit im besagten College. Hier wird gewohnt, gegessen, gelernt und Sport betrieben. 

King’s College – Die Crème de la Crème

Das King’s College ist wahrscheinlich das meistbesuchte College in Cambridge, da seine Kapelle als eines der schönsten Beispiele spätgotischer Architektur weltweit gilt. Sie beherbergt herausragende Renaissance-Glasfenster und das größte Fächergewölbe der Welt. Um die Kapelle und das Gelände des King’s College zu besichtigen, sollten Sie vor dem Besuch online ein Ticket kaufen. 

Weitere Colleges

Doch natürlich gibt es noch Varianten, welche die Reisekasse nicht so stark belasten. Kostenlosen Eintritt gibt es etwa im Christ’s College, an dem Charles Darwin studierte (nur dienstags und donnerstags geöffnet), im Pembroke College mit seiner Kapelle von Sir Christopher Wren oder in Trinity Hall mit seiner faszinierenden Geschichte und einem wunderschönen Garten am Fluss.

Öffnungszeiten beachten

Bitte beachten Sie, dass Colleges private Einrichtungen sind und kurzfristig schließen können, beispielsweise für einen besonderen Gastbesuch. Es gibt keine Garantie, dass ein College an Ihrem Besuchstag geöffnet ist. Auch Konzerte oder Aufnahmen können zur Schließung eines Colleges führen. Informieren Sie sich daher am besten vor Ihrem Besuch auf der jeweiligen Website. Viele Colleges halten ihre Social-Media-Kanäle über etwaige Öffnungszeiten auf dem Laufenden.

Anfang Juli finden zudem sogenannte Open Days in Cambridge statt, bei denen sich zukünftige Studierende einen Eindruck verschaffen können.

Bewahren Sie bei einem Besuch die Etikette und überqueren Sie nie die mit „Privat“ gekennzeichneten Absperrungen. Andernfalls werden Sie von den Pförtnern in ihren Melonenhüten verfolgt!

Geistertour als spannende Alternative

In einigen Colleges soll es sogar spuken! In St Catharine’s, genauer gesagt in den Dachzimmern eines Bereichs, der als „Sky Hall“ bezeichnet wird, ereignet sich eine der beständigsten Geistererscheinungen in Cambridge. Studenten berichten von einem älteren Mann, der schweigend in einem Sessel am Kamin sitzt – manche sagen, er habe anklagend auf die Flammen gezeigt, andere, er habe sie einfach nur angestarrt. Man vermutet, dass es sich bei dem Geist um den eines ehemaligen Bewohners handelt, der erfroren ist.

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