Dudelsäcke gehören zu den Highlands wie Schottenröcke und Whisky. Doch ausschließlich schottisch sind sie nicht. Denn weltweit gibt es über 130 verschiedene Arten von Dudelsäcken aus so unterschiedlichen Ländern wie Indien, Spanien und dem Sudan. Um dieses wunderbar lärmige und besondere Instrument zu feiern, findet jedes Jahr am 10. März der International Bagpipe Day statt.
Die Idee hinter dem Tag
Ins Leben gerufen hat den Tag die britische Bagpipe Society, die sich 1986 gründete, um Spielerinnen und Spieler und alle, die Dudelsäcke bauen oder einfach nur lieben, miteinander zu vernetzen. Die Society möchte zudem mehr Menschen zum Dudelsackspielen bringen, Anfängerinnen und Anfängern den Zugang zu qualifiziertem Unterricht erleichtern und insgesamt das Bewusstsein für die kulturelle Vielfalt des Instruments schärfen. Und was liegt da näher, als dem Lieblingsinstrument der Bagpipe Society einen Ehrentag zu widmen?
Der International Bagpipe Day ist noch recht neu, denn er wurde erstmals 2012 begangen. Aber er hat die Herzen der Dudelsack-Fans sofort im Sturm erobert. In ihren Augen (und Ohren) war es ja sicherlich geradezu skandalös, dass es solch einen Feiertag bisher nicht gab. Doch mittlerweile ist der 10. März ein fester Termin im Kalender.
Was an diesem Tag passiert
Das Konzept ist einfach: Wer einen Dudelsack besitzt, soll ihn spielen – draußen, drinnen, allein oder in der Gruppe, für Fremde oder Freunde. Die Bagpipe Society lädt Dudelsack-Fans überall auf der Welt ein, lokale Veranstaltungen zu organisieren – ganz gleich ob Konzerte, Museumsveranstaltungen, Vorträge oder einfach eine Improvisation im Park.
Ein besonderer Spaß ist jedoch die sogenannte „Great Bagpipe Convergence“: Um Punkt zwölf Uhr mittags Ortszeit wird gespielt – wo auch immer man gerade ist. Und dann gilt es ein Foto oder Video davon in sozialen Netzwerken zu teilen. So entsteht am 10. März in jedem Jahr eine Art globales Konzert, verteilt über alle Zeitzonen.
Eine Pipe Band spielte zum Beispiel einmal in einer unterirdischen Höhle in Südafrika. In Griechenland fand eine Feier auf einem Hügel über Athen statt und auch aus Nigeria kamen Berichte – aus einem Land, das man nicht automatisch mit Dudelsackmusik verbindet.
Mehr als Schottland
Es geht auch darum zu zeigen, dass der Dudelsack kein rein schottisches Phänomen ist. Die Gaita, gespielt in Galizien und Asturien im Nordwesten Spaniens, ist ebenso ein Dudelsack wie die Zampogna aus Süditalien, die Tulum-Pfeife aus der Türkei, die Gaida auf dem Balkan und natürlich die Uilleann Pipes aus Irland – sie alle gehören zu einer Instrumentenfamilie, die sich über Jahrhunderte in den unterschiedlichsten Kulturen entwickelt hat.
Eines ist jedoch überall gleich: Luft wird in einen Ledersack geblasen oder gepumpt, der als Reservoir dient und einen gleichmäßigen Ton ermöglicht. Dieser klingt ununterbrochen, unabhängig von der Atmung – das unterscheidet den Dudelsack von den meisten anderen Blasinstrumenten. Und ja, auch das stimmt: Dudelsackmusik ist Geschmackssache. Manche finden es wunderbar, andere halten es für ohrenbetäubenden Lärm.
Dudeln mit Zukunft
Doch das ist echten Fans egal. Der International Bagpipe Day hat sich seit seiner Einführung als fester Termin längst etabliert. Die Bagpipe Society dokumentiert jedes Jahr neue Teilnahmen aus Ländern, die zuvor noch nie vertreten waren. Dabei geht es nicht um Vergleiche oder Perfektion, sondern nur darum, dieses besondere Instrument zu feiern – und zwar gerne auch so, dass die Öffentlichkeit es mitbekommt. Denn es ist auch ganz im Sinne der Society, Menschen ganz unverhofft zu überraschen, die am 10. März in ihrer Mittagspause wohl eher nicht mit einem ohrenbetäubenden Ständchen gerechnet hätten.
Wer mitspielen möchte, sollte den Dudelsack und idealerweise eine Kamera schon einmal bereitlegen. Denn am 10. März um 12 Uhr darf nach Herzenslust gedudelt werden.


Suche







Leserbriefe (0)
Keine Leserbriefe gefunden!