Telefon

Unseren Service erreichen Sie
täglich von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter
02225 8808 100

Eine schöne englische Landschaft
BLOG
Die feine englische Art

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

„1984“: Als Big Brother noch bedrohlich war

George Orwell, 1984, "Big brother is watching you."

Zu „Big Brother“ fällt vielen Leuten heute nur eine drittklassige TV-Sendung ein, bei der sich Menschen vor der Kamera blamieren. Der Begriff wurde aber aus dem Roman „1984“ übernommen, den George Orwell im Juni 1949 – also vor 65 Jahren – veröffentlichte. Damals war 1984 noch in weiter Ferne, trotzdem ist das Buch nicht nur ein Zukunftsroman, sondern auch eine Aufarbeitung der Schrecken des 20. Jahrhunderts. Und dazu richtig spannend und gut geschrieben, ein Klassiker der Weltliteratur.

George Orwell, der kurz nach Erscheinen seines Hauptwerks starb, ist einer der bedeutendsten englischen Schriftsteller. Geboren wurde er allerdings in der damaligen britischen Kolonie Indien (und zwar als Eric Arthur Blair, Orwell ist ein Künstlername). In seinen Werken – vor allem „Farm der Tiere“ und eben „1984“ – spiegelt sich auch die Enttäuschung des einst überzeugten Sozialisten mit der Realität in der totalitär regierten Sowjetunion. Die Hauptfigur Winston Smith lebt in einem Überwachungsstaat, mit Kameras in sämtlichen Privaträumen, einer eigenen Propagandasprache („Neusprech“) und einem „Großen Bruder“ als Staatschef, der jedoch niemals in Erscheinung tritt und vermutlich auch nicht existiert. Jede Abweichung von der Norm wird auf schreckliche Weise verfolgt, was Smith dann leider am eigenen Leib erfahren muss: Eine Gehirnwäsche löscht seine Persönlichkeit und seinen Willen komplett aus. Der Buchtitel ist übrigens (auch) ein Zahlendreher, denn es wurde 1948 geschrieben. Orwell, der ein äußerst abenteuerliches Leben führte, eine Zeitlang obdachlos war, im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte und im Zweiten Weltkrieg Spezialist für Propaganda war, starb mit nur 46 Jahren an Tuberkulose.

Schreiben Sie uns einen Leserbrief

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschließlich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle Felder müssen ausgefüllt sein).

Leserbriefe (0)

Keine Leserbriefe gefunden!

Neuen Leserbrief schreiben

Mehr aus der Rubrik "Kultur-Kompass"

Wie mordete Agatha Christie?

Kultur-Kompass | von Susanne Arnold

Über Gifte und einfallsreiche Tatwaffen

66 Kriminalromane, 144 Stories, 15 Theaterstücke, eine Gesamtauflage von mehr als 300 Millionen und…

Weiterlesen
Sam Heughan: Vom Outlander zum Whisky-Destiller

Kultur-Kompass | von Judith Heede

Zwölf Jahre lang ritt Sam Heughan als Jamie Fraser durch die schottischen Highlands, kämpfte gegen Rotröcke, überstand Culloden, Gefängnis und…

Weiterlesen
Roald Dahl: Vom Spion zum Kinderbuchautor

Kultur-Kompass | von Stephan Mark Stirnimann

Pilot, Spion, Weltenbummler – und dann einer der berühmtesten Kinderbuchautoren der Welt. Heute wäre Roald Dahl 110 Jahre alt geworden, und sein…

Weiterlesen
Hinter verschlossenen Türen: Heritage Open Days

Kultur-Kompass | von Judith Heede

Das verwitterte Eichentor am Ende der kleinen Dorfstraße steht fast das ganze Jahr über fest verschlossen. Wenn man auf den Spaziergängen durch die…

Weiterlesen