Der längste ausgeschilderte Küstenweg der Welt
England hat wieder einmal einen Weltrekord gebrochen. Der „King Charles III England Coast Path", benannt nach dem britischen Monarchen, erstreckt sich über 2.689 Meilen – das entspricht rund 4.327 Kilometern – und verläuft erstmals lückenlos entlang der gesamten englischen Küste. Damit gilt diese Route offiziell als längster ausgeschilderter (und unterhaltener!) Küstenweg der Welt. Und kein Geringerer als seine Majestät hat diesen Küstenpfad jüngst eingeweiht. Schließlich gilt König Charles III seit seiner Jugend als lebenslanger Verfechter der Natur und ist Patron unzähliger Stiftungen, die sich für Naturschutz einsetzen.
Bedeutender Meilenstein
Bei der Eröffnung legte König Charles III gemeinsam mit Vertretern von Umweltpartnerorganisationen zwei Kilometer des neuen Weges zurück. Begleitet von Journalisten im Gebiet des kürzlich eröffneten Naturschutzgebietes "Seven Sisters National Nature Reserve“, bekannt für die unberührten weißen Kreidefelsen, setzte der Monarch seinen Fuß als Erster symbolisch auf die Erde. Sowohl der neu eröffnete Küstenweg als auch dieses Naturschutzgebiet stehen für das dauerhafte Engagement der staatlichen Naturschutzbehörde „Natural England“. Sie setzt sich für den Schutz der Natur und die Verbesserung des öffentlichen Zugangs zur englischen Küste ein.
Ein neues Gesetz erlaubt Anpassung der Wege
Für die Route musste sogar ein neues Gesetz verabschiedet werden: der sogenannte "Marine and Coastal Access Act“ (2009). Dabei ging es nicht nur darum, „Lücken“ im Wegnetz zu schließen, wie etwa Zäune zu entfernen, neue Brücken oder Stege zu bauen oder gänzlich neue Wege anzulegen. Vielmehr wurden neue Zugangsrechte für Wanderer erstellt, damit bisher strikt privat geltendes Land wie Strände, Dünen oder sogar Klippen für die Öffentlichkeit zugänglich werden konnte. Der Verlauf des Weges darf im Falle einer Erodierung der Küste sogar ins Landesinnere zurückverlegt werden – ein absolutes Novum, nicht immer zur Freude der Landbesitzer. Somit wird der Weg noch für viele Generationen zugänglich bleiben, trotz Erosionen wie zuletzt einem Erdrutsch in Dorset.
Eine Route für alle Jahreszeiten
Wer meint, dass die Strände Englands nur im Sommer attraktiv sind, irrt sich spätestens auf dem „King Charles III England Coast Path“. Schließlich kann man das ganze Jahr über den Sand (oder Kieselsteine!) zwischen den Zehen spüren, nicht wahr? So oder so: Die Route führt von geheimen Buchten und alten Fischerhäfen bis hin zu riesigen Dünen und kilometerlangen Sandstränden. Vogelbeobachter, auf Englisch „Birder“ genannt, kommen in den „wilden“ Abschnitten auf ihre Kosten. Freunde der Architektur werden in den Abschnitten, die an modernen Kreuzfahrtsterminals vorbeiführen, ebenso ins Staunen versetzt.
Streckenloch im Westen
Auf der offiziellen Webseite von „National Trails“ wird der „King Charles III Coast Path“ in acht Abschnitte unterteilt. Die Strecken führen von der Grenze zu Schottland an die Ost- sowie Westflanke des Landes und umrunden den Süden ganz. Allerdings klafft im Westen eine „Lücke“: Dort liegt Wales, das nicht zu England gehört. Deshalb gibt es den England Coast Path dort auch nicht.
P.S.: Wir lieben die große Diversität Großbritanniens – gerade die kleinere Ferienecke, nämlich Wales, bietet einige spektakuläre Wanderwege und natürlich seinen eigenen „Wales Coast Path“. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag: https://blog.the-british-shop.de/view/der-wales-coast-path-immer-der-muschel-mit-drachenschwanz-nach


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