Die feine englische Art

Zwei Geburtstage, ein Titel: Wuthering Heights


Portrait Emily Brontë

Zwei hoch begabte Frauen haben am 30. Juli Geburtstag: Schriftstellerin Emily Brontë wurde vor 200 Jahren, also 1818 geboren, Musikerin Kate Bush wird 60. Was verbindet die beiden? Zwei Worte: Wuthering Heights.

So heißt das Buch, das Emily – Spross einer künstlerisch ungewöhnlich talentierten, aber schwierigen Familie aus Yorkshire – 1847 unter dem Pseudonym Ellis Bell veröffentlichte. Der Name sollte vermutlich die Tatsache verschleiern, dass es sich um eine weibliche Autorin handelte, damals noch eine Rarität und mit Misstrauen beäugt. Es blieb ihr einziger Roman, sie starb 1848 an einer Lungenkrankheit. Wuthering Heights, meist mit „Sturmhöhe“ übersetzt, erzählt eine Geschichte voller Leidenschaft, Eifersucht, Wut und Grausamkeit, die nicht so recht in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts passen will. Sie spielt in der wilden Landschaft Yorkshires: Heathcliff, ein Findelkind und Außenseiter, liebt seine Freundin aus Kindertagen, Cathy. Aber ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, mit seinem ungezügelten Temperament treibt Heathcliff Cathy, ihre Familie und letztlich auch sich selbst ins Unglück. Damals wurde das Buch als unmoralisch verurteilt, heute ist es ein Klassiker der Weltliteratur.

Kate Bush, eine Musikerin mit einer ganz einzigartigen Stimme, landete mit dem Song "Wuthering Heights" 1978 ihren ersten Hit. Der Text erzählt tatsächlich von Heathcliff und Cathy, die ihm nach dem Tode als Geist erscheint und ihn mitnimmt auf die andere Seite, was einerseits gruselig ist, andererseits aber auch ein Sieg der Liebe. Im Video von damals sieht man Kate Bush wie eine Waldelfe tanzen und von der großen Leidenschaft singen, mit ausgeprägter Gestik und Mimik und in wallendem Gewande. Das war schon etwas ganz Besonderes und zu Recht ein Riesenerfolg. Sie hatte noch weitere Hits, zog sich nach der Geburt ihres Sohnes aber aus der Musikszene zurück, ehe sie 2014 ein erfolgreiches Comeback startete.

Der Ausdruck „wuthering“, um das noch kurz zu erwähnen, ist höchst selten und meist nur im Zusammenhang mit dem Roman und/oder dem Song zu hören. Es gibt auch gar kein Verb dazu. „Wuthering“ ist ein alter Begriff aus Yorkshire und bedeutet: vom Winde umtost.


 

 

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