Die feine englische Art

Full of Beans!


„Voller Bohnen“, das klingt nicht gerade dynamisch, eher nach Magenschmerzen. Trotzdem ist die englische Redewendung „full of beans“ etwas Positives und bedeutet: vor Energie und Tatendrang geradezu zu platzen, putzmunter und unternehmenslustig zu sein. Wie man auf diesen Ausdruck, der im 19. Jahrhundert erstmals gebraucht wurde, gekommen ist, liegt – wie meist – im Dunkeln. Vielleicht sind mit den Bohnen Kaffeebohnen gemeint. Oder man wusste schon damals, dass Bohnen (besonders die getrocknete Variante) ein wertvoller Eiweißlieferant sind.

Bohnen stammen ursprünglich aus Nordamerika, die ersten kam im 17. Jahrhundert nach Europa. John Tradescant, ein berühmter Botaniker seiner Ära, brachte sie per Schiff nach Großbritannien, wo sie zunächst als Zierpflanze Verbreitung fanden. Doch dann stellte sich heraus, dass sich die Schoten essen lassen, wenn auch nur in gekochtem Zustand. Roh sind sie unverträglich.

Die beliebtesten Bohnen sind in Großbritannien Baked Beans aus der Dose, weiße Bohnenkerne in Tomatensauce. Erhitzt und auf gebutterten Toast gekippt, sind sie ein beliebtes Kinderessen oder auch Studentenfutter, da sie nur wenig kosten. Häufig werden sie auch als Bestandteil eines „Full English Breakfast“ serviert; ob sie allerdings wirklich dazugehören, darüber streiten sich die Experten. Puristen möchten sie nicht auf dem Frühstücksteller sehen, da die Sauce alles andere, vom Ei über den Speck bis zu den Würstchen, Tomaten und Pilzen, durchfeuchtet.

Gesünder und sehr lecker sind grüne Bohnen, zum Beispiel Stangenbohnen, die im Garten fast von selbst wachsen und auf Englisch „runner beans“ heißen. Sie schmecken köstlich zu Lamm, Fisch oder auch solo als vegetarisches Gericht und (gegart) als Salat. Die Zubereitung ist leicht: Die Enden abschneiden oder abbrechen. Dabei prüfen, ob sich an den Seitennähten ein Faden löst … falls das so ist, müssen die Bohnen gefädelt werden, das heißt, jeder Faden muss abgezogen werden. Das geht allerdings ziemlich schnell und ist nur bei größeren Exemplaren nötig. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und bei niedriger Hitze eine klein gewürfelte Zwiebel weich dünsten, bis sie schön süß, aber nicht zu dunkel geworden ist. Dafür muss man schon mal zehn Minuten einkalkulieren. Dann die vorbereiteten, tropfnassen Bohnen zugeben, zehn halbierte Kirschtomaten zufügen und fünf bis zehn Minuten sanft dünsten. Danach mit Salz und Pfeffer abschmecken, auch ein Schuss Balsamessig passt gut. Das Ganze warm oder kalt als Salat servieren. Ein paar drübergestreute, vorher angeröstete Pinienkerne passen auch gut. 


 

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