Die feine englische Art

Beim Osterfrühstück


„Breakfast is ready!“ Ein ausgiebiges Frühstück ist leider auch in Großbritannien nicht mehr Alltag, aber Ostern bietet willkommenen Anlass, diese Mahlzeit mal wieder zu zelebrieren. Vielleicht sogar als Brunch, der bis in den Nachmittag dauert. Dafür wird der Tisch mit Liebe gedeckt, man bleibt stundenlang sitzen und hat Zeit zum Plaudern, den Tee hält das „tea cosy“ warm, die Eier die „egg cosies“ – das klingt schon so gemütlich. Typisch Zutaten für einen Easter Brunch im britischen Stil sind: Wildlachs in Scheiben, dazu der erste grüne Spargel mit Buttersauce, Eier nach Gusto, gebratener Speck, Pilze und Tomaten. Statt dem sonst so heiß geliebten Toast muss es um diese Jahreszeit ein „Hot Cross Bun“ sein, das ist ein Hefebrötchen mit Trockenfrüchten und Gewürzen, die wir eher der Weihnachtszeit zuordnen würden. Erkennungszeichen ist das Kreuz, das entweder aus Zuckerguss ist oder aber vor dem Backen mit einer hellen Mehl-und-Wasser-Mischung auf den Teig gespritzt wurde. Wie der Name schon sagt, isst man es „hot“ mit viel Butter. Zum Nachtisch ist sicher noch Platz für ein Stück Simnel Cake, den britischen Osterkuchen.

Ein typisch englisches Brunch-Gericht, das gekochte Eier als Zutat hat und sich daher für Ostern geradezu anbietet, ist „Kedgeree“. Es wurde in der Kolonialzeit nach England importiert und vereint indische und englische Vorlieben. Zu den Grundzutaten gehören Reis, geräucherter Schellfisch („haddock“), Lauch und Gewürze wie Curry und Safran. Haddock ist bei uns schwer zu kriegen, lässt sich aber durch einen beliebigen Räucherfisch wie Lachs, Makrele oder Forelle ersetzen, auch wenn der Geschmack nicht genau gleich ist. Wer es mal ausprobieren will: Für vier bis sechs eine Lauchstange und zwei Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. In einer großen Pfanne einen Esslöffel Butter und einen Schuss Öl erhitzen, das Gemüse zugeben und unter Rühren weich werden lassen. 300 Gramm Langkornreis zugeben und kurz mitbraten, einen Esslöffel Curry und – falls vorhanden – ein wenig Safran unterrühren. Mit 600 Milliliter Gemüsebrühe oder auch Fischfond (aus dem Glas) ablöschen. Dann den Deckel auflegen und eine Viertelstunde auf niedriger Stufe garen lassen. Der Reis soll noch körnig sein. Falls Flüssigkeit übrig ist, abgießen. Reis mit Salz, Pfeffer und eventuell noch etwas Curry abschmecken, zwei Esslöffel gehackte Petersilie unterrühren, dann den mit einer Gabel grob zerteilten Räucherfisch – etwa 400 bis 500 Gramm– darunterheben. Vier hartgekochte Eier pellen und halbieren, auf den Reis legen. Einen großzügigen Klacks Vollmilchjoghurt in die Pfannenmitte geben und heiß servieren. Dazu bekommt jeder ein Zitronenachtel zum Beträufeln. Passt auch als österliches Abendessen!

Guten Appetit und „Happy Easter!“ 


 

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