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Wie der Tee nach England kam

Wie der Tee nach England kam

Im Jahr 2737 vor Christus in China machte der Kaiser Shennong während einer Reise Rast unter einem schattigen Baum. Er war bekannt für sein Interesse an Heilpflanzen und seine Sorge um die Gesundheit seines Volkes. Um sich vor Krankheiten zu schützen, ließ er stets Wasser abkochen, bevor er es trank. Als der Wind einige Blätter eines nahe stehenden Teestrauchs in den Topf wehte und diese im heißen Wasser zogen, war – so erzählt es die Legende – der erste Tee entstanden. Der Kaiser wunderte sich über die grünliche Färbung, kostete neugierig und war von Geschmack und belebender Wirkung angetan.

Luxusgut für Reiche

Bereits im Mittelalter hatte Asien Dinge zu bieten, die man in Europa auch haben wollte, beispielsweise Stoffe und Gewürze, und so entstanden schon sehr früh eine Vielzahl von Handelsrouten. Der Tee ließ sich bis ca. 1600 Zeit, als er vom holländischen Handelsstützpunkt auf der Insel Java aus erstmals nach Holland gebracht wurde. Von dort aus erreichte er dann auch den Rest von Europa. Allerdings konnten ihn sich nur die wenigsten leisten, denn es wurden hohe Zölle auf Tee erhoben. Hinzu kam, dass es ein Preismonopol der East India Company gab. Diese Company bestimmte die Preise und importierte in großem Stil Tee nach Großbritannien. 

Krumme Geschäfte

Wie so oft, wenn etwas nicht für jede und jeden zu bekommen ist, weckt dieser Umstand Begehrlichkeiten. Und ebenfalls wie so oft, gibt es Menschen, die das für sich nutzen und Profit daraus schlagen wollen. So war es auch bei dem beliebten Getränk, das sich zunächst nur Adlige und Reiche leisten konnten. Schmuggler waren schneller auf dem Vormarsch, als eine Tasse Tee zum Ziehen braucht. Sie streckten den Tee mit Blättern, die mit Tee eigentlich gar nichts zu tun hatten. Sogar von Schafdung als Streckmittel ist die Rede. Das ging so bis zum Jahr 1784, als die Regierung einsah, dass sie den Schmugglermarkt nicht mehr kontrollieren konnte und daraufhin die Teesteuer senkte. Schmugglerbanden hatten damit ausgedient. 1850 kam dann auch das Ende für die East India Company und ein freier Handel war möglich, was zudem durch neue, schnellere Handelsschiffe begünstigt wurde, die wesentlich schneller liefern konnten, als die alten. 

Der Weg für Tee als britisches Nationalgetränk war geebnet und manifestierte sich spätestens im Ersten Weltkrieg, als der Preis für Tee so niedrig war, dass ihn alle trinken konnten. 

Der Teebeutel

Eigentlich haben wir Teebeutel einem Zufall zu verdanken. Denn der Teehändler Thomas Sullivan überlegte im Jahr 1908, wie er am klügsten seine Teeproben an Händler schicken könnte. Er entschied sich dafür, sie in kleine Seidenbeutel zu stecken. Aber anstatt den Tee aus den Beuteln zu entnehmen, nutzten Sullivans Kunden die kompletten Beutel zum Aufbrühen. Ohne es geplant zu haben, hatte Thomas Sullivan den Teebeutel erfunden, der heute nicht mehr wegzudenken ist. 

Tee oder Milch – was kommt zuerst in die Tasse?

In Großbritannien wird fast ausschließlich schwarzer Tee getrunken. Bei der traditionellen Zubereitung gibt man lose Teeblätter in eine Kanne und übergießt sie mit siedendem Wasser. Da die Teeblätter in der Kanne bleiben, wird der Tee mit der Zeit langsam stärker. Zum einen gibt man je nach Geschmack heißes Wasser hinzu, zum anderen trinken viele Briten ihren Tee mit Milch, weil er dadurch milder wird. Und genau hier scheiden sich die Geister.

Es gibt die sogenannten Mif-Anhänger (Milk in first) und die Tif-Anhänger (Tea in first). Ursprünglich wurde die Milch zuerst in die Tasse gegeben, damit diese nicht zerbrach. Auf den Geschmack soll es jedoch keine Auswirkungen haben, ob man nun den Tee oder die Milch zuerst in die Tasse schüttet. Sie dürfen sich also getrost entspannen und sich für ihre persönliche Lieblingsreihenfolge entscheiden, ohne Geschmackseinbußen befürchten zu müssen.

Was hingegen wichtig ist: Möchte man sich in England kultiviert geben, genießt man den Tee in kleinen Schlucken – selbstverständlich ohne zu schlürfen – und hält die Tasse mit Daumen und Zeigefinger am Henkel. 

Kaum etwas ist so sehr mit der britischen Kultur verwurzelt wie das Ritual des Teetrinkens. Insbesondere Afternoon Tea und High Tea werden in Großbritannien regelrecht zelebriert. Dabei werden auf Etageren allerlei süße und herzhafte Köstlichkeiten gereicht. Probieren Sie es aus! Inzwischen bieten auch in Deutschland immer mehr Cafés eine Tea Time an. 

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