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Die feine englische Art

Äpfel aus traditionellen Obstgärten – nicht nur zum „Apple Day“

Streuobstwiese mit Apfelbäumen

In Großbritannien werden Apfelbäume wieder vermehrt auf klassischen Streuobstwiesen kultiviert.

Üppig hängen die Früchte in den Zweigen, rot und goldgelb, beschienen von der Herbstsonne unter tiefblauem Himmel: Ein Spaziergang durch eine Apfelplantage ist im Herbst ein besonderes Vergnügen und ein Highlight der Saison. Auch im Vereinigten Königreich fällt die Ernte, allen Sorgen wegen des trockenen Sommers zum Trotz, dieses Jahr besonders gut aus. Das ist ein Grund zum Feiern, zum Beispiel morgen beim „Apple Day“, der immer am 21. Oktober begangen wird.

Neue alte „orchards“

In den meisten Plantagen stehen die Bäume in Reih und Glied, was die Ernte erleichtert und den Ertrag erhöht. Aber: Der Trend geht zurück zum echten „orchard“, dem ländlichen Obstgarten, den es früher fast überall im Westen und Südwesten Englands gab. Diese „orchards“ – Streuobstwiesen mit viel Platz, manchmal von Mauern umgeben – sind weniger ergiebig und weniger praktisch zu bewirtschaften, aber viel schöner, weitgehend pestizidfrei, biologisch vielfältiger und auch eine Erinnerung an die Lebensweise früherer Zeiten. Die meisten von ihnen waren schon verschwunden, aber Dorfgemeinschaften, Vereine und große Organisationen wie English Heritage und National Trust beleben die Tradition dieser Obstwiesen neu. Ehrenamtliche pflegen und beschneiden die Bäume, ernten und feiern gemeinsam. Zwischen den knorrigen Bäumen und Büschen, die viel Lebensraum für Insekten und Kleingetier bieten, weiden wieder Schafe.

Ein Mitbringsel der Römer

Woher der Apfel stammt, ist nicht belegt, aber die Römer brachten ihn mit nach „Britannia“. Hier wurde er auch mit dem einheimischen winzigen Holzapfel gekreuzt. Die Britischen Inseln haben eine Fülle von leckeren Sorten hervorgebracht, angeblich sind es 2.200, von denen es die meisten aber nur lokal oder leider gar nicht mehr gibt. In den letzten Jahren schaffen es aber immer mehr örtlich angebaute Früchte auch ins Obstregal der Supermärkte – ab den 1970ern hatte dort, was für ein Apfelland wirklich ein Jammer ist, Importware dominiert. Aber das Bewusstsein auch vieler Kundinnen und Kunden hat sich verändert. Ein typisch britischer Apfel ist zum Beispiel der Bramley, der sich perfekt für Apple Pie oder Apple Crumble eignet.

„Wassailing“ für eine gute Ernte

Mit den historischen Obstwiesen kehren auch uralte Bräuche in viele Dorfgemeinschaften zurück, so das gemeinsame Ernten und Auspressen der Sorten, im Januar das „Wassailing“ – eine kuriose Mischung aus vorchristlichen und christlichen Bräuchen. Am letzten Tag der Weihnachtszeit, dem 5. Januar, ziehen Prozessionen durch die Obstgärten, erbitten Segen für die nächste Ernte, gießen Cider – den englischen Apfelwein – an die Wurzeln und singen. Zuvor, im Dezember, werden vielerorts die Misteln aus den Obstbäumen geschnitten, wo sie sich offenbar besonders wohlfühlen, und als Weihnachtsdeko für gute Zwecke verkauft. Also, viel Arbeit, aber auch viel Spaß!

Köstlicher Apple Crumble

Lust auf einen Apple Crumble, das ultimative Dessert für Herbst und Winter? In diesem YouTube-Video zeigt uns Jamie Oliver sein Rezept – inklusive Abwandlung mit anderen Obstsorten. Es ist selbsterklärend, wir brauchen also kein Englischdiplom. Der erwähnte „golden castor sugar“ ist bei uns schwer zu kriegen, normaler Zucker, eventuell gemischt mit braunem oder Rohrzucker, passt perfekt.

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  • Maike Kohlhöfer
    am 21.10.2022
    So ein Zufall. Ausgerechnet heute ist Apple-Day und ausgerechnet heute habe ich das erste Mal einen Apple-Pie in meiner neuen Form von British Shop gemacht. Er kühlt gerade ab und gleich werden wir ihn probieren.

    Liebe Grüße aus Schwanewede (bei Bremen)
    sendet Ihnen

    Maike Kohlhöfer

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