Gut ins Neue Jahr gekommen? Möge es Glück und Gesundheit bringen! Viele von uns wollen ja ein bisschen nachhelfen und verschenken oder stellen zu Hause Glücksbringer auf wie Schweinchen aus Marzipan, Kleeblätter, Schornsteinfeger und Hufeisen. Ob wir daran glauben, steht auf einem anderen Blatt, aber sicher ist sicher.
Erstaunlicherweise sind die oben genannten Symbole in Großbritannien weitgehend unbekannt oder tauchen zumindest in der Neujahrsdeko so gut wie nicht auf. Ein Hufeisen (auf Englisch „horseshoe“, Pferdeschuh) gilt zwar generell als „lucky“, hat aber mit dem Jahreswechsel wenig zu tun. Man kann es aufhängen und das ganze Jahr auf Fortune hoffen, dafür muss es aber unbedingt richtig herum platziert werden, nämlich mit der Öffnung nach oben. Andernfalls läuft das Glück heraus und ist weg. Auch ein vierblättriges Kleeblatt hat für manche Menschen Bedeutung, sie suchen es dann aber eher im Sommer, wenn die Chancen auch besser stehen, eins zu finden. Töpfchen mit Klee sind auf den Britischen Inseln um diese Jahreszeit nicht sehr verbreitet. Was ein Schornsteinfeger mit Glück zu tun haben soll, erschließt sich den Briten überhaupt nicht.
Aber was bringt denn nun Glück im Vereinigten Königreich?
- Ein zufällig gefundener Penny zum Beispiel, den man unbedingt aufheben sollte (analog zu unserem Glückspfennig).
- Nach einem alten Spruch sind auch Stecknadeln, die auf dem Boden liegen, Glücksboten: „See a pin and pick it up, all that day you´ll have good luck“. Man kann es eigenmächtig auf „all that year“ ausweiten, kann ja nicht schaden.
- Bei uns ist ein Hasenfuß ein altmodisches Wort für Feigling, in Großbritannien ein „rabbit´s foot“, also eigentlich ein Kaninchenfuß, ein Glücksbringer mit langer Tradition. Früher war es immer ein ausgestopfter, eine Art Mini-Jagdtrophäe. In unseren sensibleren Zeiten ist er meist aus Kunstfell und hängt am Schlüsselring.
- In Irland und Schottland soll auch weißes Heidekraut Glück bringen.
- Außerdem waren Eicheln lange Zeit verbreitet als Glückssymbole, ein Brauch, der von den Wikingern übernommen wurde. Er ist aber selten geworden.
Darüber hinaus haben viele Menschen ja ihre eigenen Talismane: von einem lieben Menschen geschenkte Schmuckstücke, eine Münze, ein Stofftier und so weiter. Das ist wohl in allen Kulturen gleich. Auch Zahlen gelten als „lucky“, die Sieben natürlich, die im Christentum eine Rolle spielt, aber auch andere mit individueller Bedeutung. Manche Menschen wählen sogar die Dreizehn als ihre Glückszahl und fahren damit vermutlich nicht schlechter als andere.
Unabhängig von „lucky charms“, wie die Talismane auf Englisch heißen: Wir wünschen nochmal ein Happy New Year! „Happy“ ist besser als „lucky“, denn es beschreibt den Seelenzustand des Glücks, der dauerhaft sein soll, und nicht nur einen glücklichen Zufall.
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