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Zum 100. Geburtstag der Krimiautorin P. D. James

Zum 100. Geburtstag der Krimiautorin P. D. James

P. D. James 2013 bei der lit.Cologne

Ein schwer kranker Mann, zwei Kinder zu ernähren, ein Vollzeitjob: Phyllis Dorothy James hatte kein leichtes Leben. Trotzdem schaffte sie es, ihr Schreibtalent zu entfalten. Als P. D. James wurde sie eine der bekanntesten Krimiautorinnen in englischer Sprache. Ihren heutigen 100. Geburtstag erlebt die vielfach ausgezeichnete und zur Baroness geadelte Schriftstellerin nicht mehr; sie starb 2014 im Alter von 94 Jahren.

Die junge Phyllis verließ mit 16 die Schule und arbeitete in einem Steuerberaterbüro, was überhaupt nicht zu ihr passte: Sie war in der Schule in allen Fächern gut gewesen, nur in Mathe nicht. Mit 21 heiratete sie mitten im Krieg den angehenden Arzt Ernest Connor Bantry White, der bald darauf als Armeearzt in Indien eingesetzt wurde. Aus dem Krieg kehrte er als ein anderer Mensch zurück. Vermutlich war eine Schizophrenie aufgetreten, von der er sich nie mehr erholen sollte. Das Leben der Ehefrau war nun geprägt von Krankenhausaufenthalten des Mannes und sehr schwierigen Phasen dazwischen, während sie den Unterhalt der Familie voll tragen musste. 1964 starb Ernest Bantry White.

Trotz aller Belastungen hatte Phyllis mittlerweile mit der Schriftstellerei begonnen und veröffentlichte 1962 ihren ersten Kriminalroman, der auf Deutsch „Ein Spiel zuviel“ hieß. Scotland-Yard-Kommissar Adam Dalgliesh, dem sie insgesamt 14 Romane und mehrere Kurzgeschichten widmen sollte, hatte hier seinen ersten Auftritt. Eine weitere prominente Figur, mit der James auch ein Stück Literaturgeschichte geschrieben hat, ist Cordelia Gray – eine Frau als Privatdetektivin, das war 1972 noch etwas Besonderes. Nicht zuletzt deshalb heißt Ms. Grays Debüt auch „Ein reizender Job für eine Frau“.

In ihren Büchern verarbeitete James viele Erfahrungen aus ihrem langen Berufsleben, das sie unter anderem zum National Health Service und ins britische Innenministerium führte. Trotz der literarischen Erfolge arbeitete sie ganz normal bis zur Pensionierung weiter, ab da hatte sie dann richtig Zeit fürs Schreiben. Zu ihren klassischen Krimis kamen dann noch andere Bücher, darunter ein Sachbuch über eine Mordserie aus dem 19. Jahrhundert, ein Science-Fiction-Roman, eine Autobiografie und eine Fortsetzung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ als Krimi: „Der Tod kommt nach Pemberley“.

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