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Rätselraten vor dem Ortsschild: Wie werden britische Städte und Dörfer ausgesprochen?

Rätselraten vor dem Ortsschild: Wie werden britische Städte und Dörfer ausgesprochen?

Schwierig ist in Großbritannien manchmal nicht nur das Befahren der "Magic Roundabouts", sondern auch die Aussprache der Ortsnamen, wie z. B. Cirencester und Marlborough.

Wenn wir schon nicht hinfahren und sie anschauen können, wollen wir britische Orte wenigstens korrekt aussprechen. Oder? Aber das ist nicht immer einfach. Ein Trost für uns Nichtmuttersprachler: Auch die Briten selbst haben Probleme damit. Zwar wissen sie, dass Derby „Darby“ ausgesprochen wird und Edinburgh „Edinbre“ (so ähnlich jedenfalls, mit kurzem E. Nicht „Edinbörg“!). Aber Cholmondeley? Fowey? Ely? Oder, unser persönlicher Favorit, Godmanchester? So geht´s: Tschamli. Faui. Ili. Gamster.

Warum Städte und Dörfer oft ganz anders klingen, als sie geschrieben werden, hat unterschiedliche Gründe. Bequemlichkeit spielt eine Rolle, denn häufig werden Laute einfach verschliffen und lange Namen verkürzt:

  • „Gloster“ ist einfacher zu sagen als die Schreibsprache „Gloucester“,
  • „Lester“ als „Leicester“,
  • „Bister“ als „Bicester“,
  • „Wuster“ als „Worcester“

Aber natürlich hat, sonst wäre es ja einfach, alles eine Ausnahme: „Cirencester“ klingt nämlich entweder so:

  • „Seirensester“ mit zweimal scharfem S.
  • Oft wird es auch nur „Seiren“ genannt,
  • früher aber vor allem von sehr feinen Leuten „Sissiter“. (Oje.)

Weitere Beispiele für Verschleifungen bieten

  • die Londoner Stadtteile Tottenham zu „Totnem“ und
  • Marylebone zu „Marliben“.
  • Durham in Nordengland klingt wie Darrem.
  • Besonders niedlich ist Mousehole in Cornwall, was wörtlich Mauseloch heißt, aber Mausel ausgesprochen wird. 

Obwohl es immer Ausnahmen gibt, können wir ein paar Grundregeln nennen:

  • Die Endung „borough“ oder „burgh“ klingt fast immer wie ein kurzes E mit leichtem Schlag ins A,
    zum Beispiel die oben schon erwähnte schottische Hauptstadt, Scarborough, Aldeburgh oder Loughborough (hier macht die erste Silbe zusätzlich Ärger; man sagt „Laffbre“).
    Diese beiden Endungen kommen tatsächlich von „Burg“, wie auch bei unserem Ludwigsburg.
  • Städtenamen mit der Endung „wich“ neigen dazu, das „W“ zu unterschlagen:
    Norwich wird „Norritsch“ gesprochen, Greenwich „Grennitsch“.
    Ausnahme: Nantwich behält das W, „Näntwitsch“.
    Diese Endung stammt übrigens aus der Sprache der Wikinger.
  • Was auf „mouth“ endet, liegt oder lag erstens an der Mündung eines Flusses und wird zweitens wie ein sehr kurzes „meth“ (mit Th-Laut natürlich) gesagt:
    Bournemouth, Portsmouth, Yarmouth …
    Besonders knifflig ist Teignmouth in Devon, das vorn auf sein E verzichtet: Tinmeth. 

Wir könnten hier noch endlos weitermachen und uns durch die ganze Nation arbeiten, wobei vor allem die walisischen Ortsnamen große Freude bereiten: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ist der schlimmste Fall.

Aber wir belassen es jetzt dabei und verweisen auf die vielen Aussprachehilfen im Internet, zum Beispiel in diesem YouTube-Video: https://youtu.be/OJkAxCciphk

Und wenn wir dann wieder reisen können: Am besten die Einheimischen fragen!

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