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Vienna Blood: Interview mit Matthew Beard

Vienna Blood: Interview mit Matthew Beard

Klicken Sie auf das Bild, und wir zeigen Ihnen weitere Aufnahmen der neuen Krimi-Serie "Vienna Blood".

„Vienna Blood“ ist eine neue Krimiserie, die am 15. November im ZDF startet. Sie spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien und basiert auf der Buchreihe „The Liebermann Papers“ des englischen Romanautors und klinischen Psychologen Frank Tallis. In den Büchern und der Serie decken der Schüler Sigmund Freuds und Psychoanalytiker Dr. Max Liebermann, gespielt von Matthew Beard, und Inspektor Oskar Reinhardt, dargestellt von Juergen Maurer, die Geheimnisse mysteriöser Morde auf, wobei das Duo nicht ungleicher sein könnte. Den Rahmen bietet Wien vor 1910: Eine Stadt geprägt von philosophischen Zirkeln und Entdeckerfreude in Kunst und Wissenschaft, aber auch voller Dunkelheit durch aufkeimenden Antisemitismus, Mord und Verbrechen.

Mitte Oktober hatten wir von THE BRITISH SHOP die Gelegenheit, ein Telefoninterview mit Matthew Beard, dem britischen Hauptdarsteller zu führen, der uns viel über die Serie und die Zusammenarbeit in einem internationalen Team erzählte und über seine Rollenvorbereitung.

Was hat Sie an der Rolle des „Max Liebermann“ gereizt?

Ich hatte schon immer Interesse an Freud und der Psychoanalyse. An der Universität belegte ich englische Literatur. Viele der Abhandlungen, die ich schrieb, hatten einen psychoanalytischen Blickwinkel. Und als ich die Rolle angenommen habe, lernte ich noch mehr über Wien im Jahr 1907 und interessierte mich sehr für die Welt der Kunst, für Klimt, Schiele, Kokoschka. Das gleiche gilt für Musik und Architektur. Alles, was zu dieser Zeit vor sich ging, schien eine großartige Welt zu sein! Es ist eine wirklich tolle Kulisse für eine Krimiserie. Und es war eine gute Ausrede, nach Wien zu fahren und diese unglaublichen Themen zu erforschen.

Haben Sie auch die Literatur aus dieser Zeit gelesen, wie Arthur Schnitzler oder Hugo von Hoffmannsthal?

An der Universität habe ich sie nicht gelesen, da ich dort mehr französische Literatur gelesen habe. Aber ich wollte sie unbedingt lesen, als ich in Wien ankam. Also habe ich ein bisschen Schnitzler gelesen. Und ich lese gerade Stefan Zweigs „World of Yesterday“, ein unglaubliches Dokument dieser Zeit. Es könnte nicht perfekter für die Serie sein, da sie genau in diesem Moment in Wien spielt. Zweig hängt in genau den gleichen Kreisen rum, in denen „Max“ rumgehangen hätte. Es ist das perfekte Buch für meine Recherche und unglaublich gut geschrieben.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? Ich habe gelesen, dass Sie schon vor Drehbeginn in Wien waren und sogar Werke von Sigmund Freud gelesen haben.

Ich habe mir erstmal einige Dokumentarfilme über Wien angesehen. Durch das Lesen der Drehbücher wurde mir klar, dass Wien ein zusätzlicher Charakter in der Serie sein würde. Ich wollte die Stadt erkunden und sie kennenlernen. Ich war ungefähr zwei Wochen früher dort und konnte viele Galerien besuchen. Juergen, der Oskar spielt, führte mich freundlicherweise herum. Und das erwies sich als extrem nützlich. Ich habe geradezu die Stadt in mich aufgesaugt, denn mir ging es darum, ein wenig über Geschichte, Politik und ihre Überschneidungen zu verstehen. Ich habe auch das Freud-Haus in London und dann in Wien besucht. Ironischerweise sind heutzutage alle seine Sachen tatsächlich in London, denn als er von Wien wegging, hat er alles mitgenommen. Das Freud-Haus in Wien ist also ziemlich leer, aber es war schön, den Warteraum zu sehen, in dem alle Patienten gesessen haben.

Hätten Sie eigentlich gerne in Wien zu dieser Zeit gelebt?

Es gibt da einige interessante Dinge, zum Beispiel die Aufregung um alles, was in der Kultur damals geschah. Es muss sich unglaublich angefühlt haben, in den literarischen Kreisen und Cafés gewesen zu sein, mit all den Menschen, die heute zu den klassischen Autoren und klassischen Musikern zählen. Andererseits glaube ich nicht, dass ich wirklich dabei gewesen sein wollte, während der Erste Weltkrieg sich anbahnte, mit Karl Lueger als Bürgermeister und dem Aufstieg des Antisemitismus. Und Wien hatte damals die höchste Selbstmordrate in Europa! Es gibt viele Dinge in der Stadt, die nicht so toll waren. Die Kostüme und die Kultur können also ein bisschen täuschen, worüber wir in der Serie auch ziemlich viel sprechen. Unter der schönen Oberfläche brodelte die Dunkelheit!

Wie war die Zusammenarbeit mit so vielen österreichischen Schauspielern im Herzen Österreichs?

Das war ein großer Teil der Anziehungskraft der Dreharbeiten für mich! Ich habe nicht verstanden, wie es funktionieren soll: Ich als der einzige englische Schauspieler zwischen all diesen österreichischen und deutschen Schauspielern, die Englisch sprechen. Ich wusste nicht, wie es mit so viel Text in einer 90-minütigen Episode funktionieren könnte. Wenn ich das so sage, ist das normalerweise eine gute Sache, weil ich ein bisschen Risiko mag und ein bisschen das Abenteuer suche, und das war es definitiv! Es stellte sich als so reibungslos heraus, dass es sich nicht wirklich anders anfühlte, als mit einer englischen Person zu spielen, denn während sie ihre Figuren zum Leben erweckten, konnte ich wie gewohnt auf sie reagieren. Und wir hatten das Glück, dass wir einige der talentiertesten österreichischen und deutschen Schauspieler für die Serie gewonnen haben. Ich denke, sie waren der Herausforderung gewachsen, in einer anderen Sprache zu arbeiten. Wir hatten einen Voice Coach, Eleonor aus England, die jeden Tag am Set war. Sie half allen mit der Aussprache oder wie etwas betont wird, viele kleine Dinge, die man verständlicherweise nicht wissen kann, wenn Englisch nicht die Muttersprache ist. Alle waren so gut darin und die Crew auch! Sie waren freundlich und offen, und ich habe wirklich gute Freunde gefunden, was die Arbeit so viel einfacher machte.

Was ist Ihre Lieblingsszene in Bezug auf die Schauspielerei in der Serie?

Es gibt einige! Ich denke, mitten in Wien am Riesenrad zu hängen und überhaupt auf dem Riesenrad zu sein, war sehr aufregend für mich. Denn für mich hängt da Filmgeschichte dran, zum Beispiel „The Third Man“ mit Orson Wells und viele andere Sachen. Und am Riesenrad zu hängen, obwohl mein Stuntman den größten Teil davon gemacht hat, aber ein klein wenig musste ich davon machen! Das war ziemlich aufregend.

Eine der Folgen dreht sich um die Oper „Die Zauberflöte“, und wir mussten uns in die Logen setzen und zuschauen. Sie mussten die Oper wirklich aufführen, weil wir bestimmte Teile davon filmen mussten. Wir waren also eine Art exklusives Publikum in historischen Kostümen für „Die Zauberflöte“ in Wien. Das war ein wirklich, wirklich toller Tag, einfach dazusitzen und das gemeinsam zu genießen!

Konnten Sie die zweite Staffel inzwischen drehen?

Nein, wir sind noch nicht einmal nahe dran! Wir sind ungefähr in der Mitte und haben lange Drehtage. Und um ehrlich zu sein, sind alle so glücklich, jetzt an einer TV-Serie zu arbeiten, während die Produktionen auf der ganzen Welt so gut wie eingestellt sind. Die Produzenten haben es irgendwie geschafft, es hinzubekommen. Es ist alles so anders als vorher! Wir werden zweimal pro Woche getestet, jeder trägt fast die ganze Zeit eine Maske. Es ist ganz anders als in der ersten Staffel. Aber ich denke, jeder ist so glücklich, das zu tun, was er liebt, und seinen Job in einer Zeit zu machen, in der die meisten Menschen nicht in der Lage sind, ihren Job auszuführen. Und wir haben gute Ergebnisse! Wir haben Robert Dornhelm zurückbekommen, den Regisseur der ersten Folge. Er hat diesen großartigen Sinn für Humor und wirklich tolle Ideen. Im Moment sind wir in den Bergen in Semmering, was wirklich großartig ist. Es schneit gerade! Wir haben wieder großartige Locations, großartige Fernsehbühnen, coole Stunts, also hat es viel Spaß gemacht. Und es gibt noch viel zu tun.

Wie wird sich die Beziehung zwischen Max Liebermann und Oskar Reinhardt in der zweiten Staffel entwickeln? Die erste Staffel hat ja mit einer starken Freundschaft zwischen den beiden geendet.

Ich denke, das Letzte, was ich zu Oskar sage, ist: „Was ist der nächste Fall?“ Die neue Staffel beginnt damit, dass Max seine eigene Praxis aufgebaut hat. Er hat sein eigenes Wartezimmer, sein eigenes Arbeitszimmer und ist voll und ganz der Psychoanalyse verpflichtet. Aber ich denke, er vermisst die Aufregung, Verbrechen mit Oskar aufzuklären. Er ist sehr erleichtert, als Oskar zu Beginn der neuen Staffel auftaucht und sagt, er brauche seine Hilfe. Sie fühlen sich wohl miteinander. In der ersten Folge der ersten Staffel geht es darum, wie unterschiedlich ihre Persönlichkeiten sind. Max ist sehr interessiert an den neuen Ideen, am Verstand und am Reden, während Oskar mehr daran interessiert ist, Menschen zu schlagen und die Antworten zu erhalten, indem er sie verprügelt. Er interessiert sich nicht besonders für Psychologie als einen Weg, um Verbrechen aufzudecken. Das schafft die große Dynamik in der ersten Staffel.

Und in der zweiten Staffel versteht Oskar ein wenig mehr von Max Denkweise und sieht auch, dass sie durchaus nützlich sein kann. Und Max schätzt Oskar wirklich als jemanden, der mehr ist als nur ein Türsteher oder jemand, der Leute verprügelt. Er hat eine unglaubliche Sicht auf die Dinge. Ich denke, sie beginnen in der zweiten Staffel reibungsloser zusammenzuarbeiten. Für mich ist das großartig, denn die Zusammenarbeit mit Juergen in der ersten Staffel war der Höhepunkt des Ganzen! Es war großartig, wie gut unsere Beziehung auf und neben der Kamera war, was für ein großartiger Schauspieler er ist – und wie nett er ist. Ich bin so erleichtert, denn wenn wir uns nicht verstanden hätten, wäre es eine Katastrophe für die Serie gewesen. Immerhin filmen wir die meiste Zeit und die meisten Szenen zusammen. Es musste also funktionieren, und ich denke, es hat besser funktioniert, als jeder von uns gehofft hatte. Ich fühle mich immer so entspannt, wenn ich weiß, dass es eine Szene mit ihm zusammen ist, weil ich weiß, dass alles glatt laufen und funktionieren wird.

Haben Sie die Bücher von Frank Tallis gelesen, auf denen die Serie basiert? („The Liebermann-Papers“)

Bevor ich die Rolle übernahm, habe ich Frank gebeten, mich mit ihm zu treffen und über die Bücher zu sprechen. Ich hatte damals keine Gelegenheit, die Bücher zu lesen. Also sprach ich mit ihm über die Geschichte, in welche Richtung sie ging, über Max und Oscar, warum er sie schreiben wollte, was der Hintergrund war. Dann las ich das erste Buch, als ich die Rolle übernahm. Aber auch wenn es viele Ähnlichkeiten zwischen Max und Oskar aus den Büchern gibt, gibt es dennoch Unterschiede zwischen den Charakteren in der Serie. Ich las das erste Buch und stellte fest, dass der Max im Buch nicht ganz der gleiche war wie der Max im Drehbuch und was ich mir unter der Rolle vorstellte. Wir verwenden alle sieben Bücher für die Handlungen, daher finde ich, dass man sie gut neben der Serie her lesen kann, obwohl es sich um eine ganz andere Version handelt.

Lesen Sie denn Krimis?

Nicht in letzter Zeit. Als ich aufwuchs, gab mir mein Vater eine großartige Ausgabe von Sherlock Holmes, also las ich einige dieser Geschichten. Damals war ich ein Teenager. Abgesehen davon habe ich nie wirklich viele Krimis gelesen. Ich habe viel ferngesehen, in England gab es schon immer viele Krimis mit Poirot und Marple und „Midsummer Murders“ („Inspektor Barnaby“). Wir hatten endlos großartige Kriminal-Serien im britischen Fernsehen. Jedes Mal, wenn man abends den Fernseher einschaltete, zumindest als ich aufwuchs, wurde ein Mord von jemandem aufgeklärt, der sehr klug war. Als Kind bin ich mit diesen Fernsehserien aufgewachsen und habe mir gedacht, wie viel Spaß es machen muss, der Detektiv zu sein, der alles herausbekommt. Jetzt darf ich diese Rolle spielen!

Wir waren uns nicht sicher, ob wir es wagen können, danach zu fragen, aber da Sie Sherlock Holmes erwähnt haben: Sehen Sie Ähnlichkeiten zwischen Max Liebermann und Sherlock Holmes?

Der Vergleich ist ziemlich offensichtlich. Es gibt Sherlock und Watson, es gibt Max und Oskar. Beide haben diese Dynamik, in der sie die Art und Weise, wie sie Dinge tun, nicht mögen, aber sich doch gleichzeitig gegenseitig schätzen. Und es gibt ein witziges Hin und Her zwischen den beiden Charakteren. Unser Autor Steven Thompson hat sogar einige der Sherlock-Episoden der BBC-Serie geschrieben! Es ist unmöglich, sich diesem Vergleich zu entziehen. Ich denke, während sich die Serie weiterentwickelt, wird es aber ganz anders werden. Der Ton der Serien ist anders; Wien und die Zeit unterscheiden es von allem anderen. Die Stadt und die Kostüme, der Hintergrund der Politik unterscheidet sich von „Sherlock“.

Was kommt als nächstes für Sie?

Nun, wer weiß das schon, was im Moment für irgendjemanden von uns als nächstes kommt. Hoffentlich werde ich die Serie vor Weihnachten beenden, je nachdem, wie oft wir wegen eines positiven Tests oder ähnlichem pausieren müssen. Der Plan ist, die zweite Staffel vor Weihnachten zu beenden, und dann Weihnachten hoffentlich in England mit der Familie zu verbringen. Und dann habe ich keine Ahnung, was 2021 bringen wird. Ich hoffe, es bringt Arbeit. Ich hoffe, dass die Branche wieder läuft und neue Produktionen gemacht werden können. Ich hoffe, dass es Gesundheit bringt. Ich hoffe, dass es eine Sache des Jahres 2020 ist, über das Coronavirus zu sprechen. Das ist alles, was wir uns jetzt wünschen können.

Was wäre Ihre absolute Traumrolle?

Es ist lustig, ich habe nicht wirklich eine Rolle im Kopf. Als ich ein Kind war, verbrachte ich all meine Tage damit, entweder ein böser Sith-Jedi oder James Bond zu sein. Ich nehme an, wenn ich mein „Kind-Ich“ gefragt hätte, was meine Traumrolle wäre, und wenn er ein Lichtschwert schwingen oder James Bond sein könnte, wäre mein „Kind-Ich“ mit beidem sehr glücklich gewesen. Um ehrlich zu sein, weiß ich nie wirklich, dass ich etwas tun möchte, bis sich etwas ergibt. Ich habe zum Beispiel nie vorhergesehen, dass ich ein psychoanalytischer Verbrechensbekämpfer in Wien sein wollte, aber dann habe ich es gelesen und gedacht, genau das möchte ich jetzt tun.

Wir danken Matthew Beard vielmals für das Interview!

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