Die feine englische Art

Bittersüße Geschichten


Orangenmarmelade und Toast

Knuspriger Toast mit Orangenmarmelade – zum Frühstück ein Genuss! Aber bevor wir reinbeißen, stellt sich uns die Frage: Wieso ist  Orangenmarmelade eigentlich typisch englisch? Bekanntlich wachsen auf den Britischen Inseln keine Zitrusfrüchte, oder wenn doch, dann nur die kleine Ziervariante, die im Winter in die (na klar!) Orangerie muss. Des Rätsels Lösung liegt, wie so oft, in der Geschichte.

 

Als Seefahrernation importierte England schon vor Jahrhunderten exotische Produkte, und so waren auch Orangen und andere Zitrusfrüchte bereits im 17. Jahrhundert verbreitet und wurden in London von sogenannten Orangenmädchen verkauft.  An Bord der Schiffe selbst  waren sie ohnehin unverzichtbar, seitdem man erkannt hatte, dass sie gegen die Seefahrerkrankheit Skorbut (die von Vitamin-C-Mangel verursacht wird)  vorbeugten.

 

Das Wort Marmelade – auf Englisch „marmalade“ mit einem A mehr als bei uns – wurde ebenfalls importiert, und zwar aus dem Portugiesischen; „marmelo“ heißt allerdings Quitte und nicht Orange. Genau wie Quitten enthalten Zitrusfrüchte von Natur aus Pektin, das beim Kochen geliert.  Da es bei Orangen und Co. allerdings vor allem in der Schale sitzt, werden die Schalen für Zitrusmarmelade immer mitgekocht und teilweise noch klein geschnittenen beigefügt – für viele Kenner das Beste!  Grundzutat für Orangenmarmelade ist übrigens die Pomeranze, die Bitterorange.

 

Vermutlich bedeutete „marmalade“ im Englischen eine Zeitlang auch Quittengelee, ehe sich die Bedeutung verengte. Heute heißt nur Zitrusmarmelade so, alles andere ist „jam“ oder – je nach Konsistenz – „jelly“.  Die EU-Rechtsprechung hat diese Definition übernommen, so dass es eigentlich keine Marmelade aus Kirschen oder Erdbeeren mehr geben darf, sondern nur noch Konfitüre oder Gelee. Im deutschen Alltagssprachgebrauch ist diese Regelung allerdings nicht so recht angekommen.

 

Rund um die britische Orangenmarmelade rankt sich eine kleine Legende. Angeblich  kam eine Kaufmannsfrau aus dem schottischen Dundee im 18. Jahrhundert unverhofft  an Pomeranzen, weil vor der Küste ein spanisches Schiff mit fruchtiger Ladung gekentert war. Roh sind Pomeranzen (genau wie Quitten) ungenießbar. Sie wollte sie nicht wegwerfen und kochte sie daher mit Zucker. Ob dies eine schön erdachte Geschichte  ist oder die Wahrheit, sei dahingestellt. Jedenfalls war Dundee früher ein Zentrum der Marmeladenproduktion.

 

Viel Auswahl an Marmelade, Konfitüre und Lemon Curd finden Sie hier in unserem Sortiment.


 



Kommentar hinzufügen

Ihr Kommentar wird von der Redaktion gelesen und frei geschaltet.

Bitte füllen Sie das folgende Formular aus.
(alle mit einem * markierten Felder müssen ausgefüllt sein)

Ihre Daten werden ausschliesslich intern genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer oder schriftlicher Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht.