Die feine englische Art

19.01.2017

Stadtmenschen, Teil eins: Die Scouser

Liverpool ist eine der interessantesten Städte Großbritanniens und hat so ziemlich alles erlebt: bescheidene Anfänge, Aufschwung und gewaltigen Reichtum ab dem 17. Jahrhundert, sogar Weltbedeutung als Handelshafen (leider, man darf es nicht verschweigen, auch für den Sklavenhandel). Später Kriegszerstörung, dann einen beispiellosen kulturellen Schub mit den Beatles und Co., aber auch wirtschaftlichen Niedergang in den unruhigen 1970ern. Heute hat die Stadt viele Gesichter, schön restaurierte...weiterlesen


17.01.2017

Spatzen, Stare, Meisen zählen

Eine Stunde lang stillsitzen und Vögel beobachten? Das klingt entspannend, macht bestimmt Spaß und dient auch noch einem guten Zweck: Jedes Jahr im Januar ruft die britische Vogelschutzgesellschaft RSPB (Royal Society for the Protection of Birds) den nationalen „Big Garden Birdwatch“ aus. Wer mitmacht, muss nicht in der Kälte bibbern, sondern kann das gemütlich bei einer Tasse Tee vom Fenster aus erledigen, dabei in den eigenen oder den Nachbarsgarten oder auch in einen Park schauen und...weiterlesen


12.01.2017

Simnel Cake: Früchtekuchen mit Geschichte

Er ist fast zu schön zum Aufessen (aber glücklicherweise nur fast…): Der Simnel Cake, von einer Marzipandecke und elf Marzipankugeln gekrönt, gehört zu den klassischen Kuchen der britischen und auch irischen Küche. Er kommt in der Osterzeit auf den Tisch, aber ursprünglich war er für den Muttertag gedacht. „Mothering Sunday“ ist auf den Britischen Inseln nicht im Mai, sondern drei Wochen vor Ostern. Im 18. und 19. Jahrhundert, als viele Menschen noch als Hausangestellte arbeiteten, brachten...weiterlesen


10.01.2017

Blubber und Quietsch

Auf einer Rangliste der englischen Gerichte mit den seltsamsten Namen stünde „bubble and squeak“ weit vorn (wahrscheinlich knapp hinter „toad in the hole“, Kröte im Loch). „Blubber und Quietsch“ oder „Sprudel und Quietsch“, wie man es auch übersetzen könnte, ist eine typische Resteverwertung. Übrig gebliebener oder auch frisch gekochter Kartoffelbrei ist die Hauptzutat dieser winterlichen Speise, und dazu muss irgendetwas aus der Kohlfamilie, entweder Rosenkohl oder Wirsing oder Grünkohl, das...weiterlesen


04.01.2017

Die zwölfte Nacht

Die Zeit der Winterfeste ist noch nicht vorbei! „Twelfth Night“, die „zwölfte Nacht“ der Weihnachtszeit am Vorabend des Dreikönigstags, war im Mittelalter und im Tudorzeitalter in England viel wichtiger als der Weihnachtstag selbst. Obwohl die anglikanische Kirche den Festtag weiter im Kalender führt, wird er nicht mehr groß gefeiert. Was aber ein Jammer ist, denn schöne alte Traditionen sollte man bewahren. Dazu zählt der „Twelfth Night Cake“, ein Früchtekuchen, der im Gegensatz zum...weiterlesen


02.01.2017

Nein zu den Beatles

Das Jahr 1962 fing nicht gut an. Weder für die Beatles, die am 1. Januar vor 55 Jahren bei der Plattenfirma Decca vorspielten. Noch für jenen unseligen (aber nie genau benannten) Mitarbeiter Deccas, der danach entschied: Die nehmen wir nicht. Aus denen wird nix! Diese Episode gilt als eine der großen Fehleinschätzungen der Musikgeschichte, und der Schaden für die Plattenfirma ist auch im Nachhinein kaum zu beziffern. Manager Brian Epstein hatte die Vorstellung der jungen Band (damals noch mit...weiterlesen


30.12.2016

Das Jahr im Wort

Sprache lebt und ist immer auch ein Spiegel ihrer Zeit. Anders als beispielsweise die Gesetzgebung, die hinter neuen Entwicklungen herhinkt, sind neue Wörter schnell zur Stelle und breiten sich, wenn sie passen, rapide aus. Deshalb hat das Oxford Dictionary jetzt auch den Begriff „Brexit“ offiziell aufgenommen, nach einer nur sehr kurzen Prüfzeit. Denn eigentlich sind die Gralshüter der englischen Sprache da sehr vorsichtig. Sie wollen keine Eintagsfliegen im Wörterbuch! Brexit jedoch wird...weiterlesen