Die feine englische Art

Gertrude Jekyll: Künstlerin, Gärtnerin, Handwerkerin


Englische Rosensorte benannt nach Getrude Jekyll

„Artist, Gardener, Craftswoman“ – Künstlerin, Gärtnerin, Handwerkerin: Diese drei Worte stehen auf dem Grabstein der Gertrude Jekyll in Busbridge, Surrey. Es fehlt noch der Begriff „Author“, Autorin, denn auch auf diesem Gebiet war sie erfolgreich. Vor 175 Jahren, am 29. November 1843, kam sie zur Welt und wuchs zu einer begabten und fantasievollen Frau heran, die eine ganz neue und natürlichere Form der Gartengestaltung erfand und diese auch in rund 400 Gärten umsetzte. Das viktorianische Zeitalter, in das sie hineingeboren war, sah für Frauen keinen Beruf außerhalb des Heimes vor, aber sie hielt sich nicht daran.

Das Gärtnern hatte Gertrude Jekyll nicht gelernt, wohl aber Kunst studiert. Sie war eine hervorragende Malerin und Zeichnerin, litt jedoch unter einer Augenerkrankung, die langes Arbeiten an der Staffelei erschwerten. So wandte sie sich der Gartenkunst zu. Ihre Gärten waren berühmt für das Spiel mit Farben und für die Staudenbeete, die wir noch heute als „typisch englisch“ betrachten. Jekyll war eine Anhängerin der Arts-and-Crafts-Bewegung, die auf traditionelle Handwerkskunst als Gegenpol zur damals aufkommenden Massenproduktion setzte. William Morris zählte zu ihren Freunden. Sehr erfolgreich war ihre jahrelange enge Zusammenarbeit mit dem jungen Architekten Edward Lutyens.

Noch in hohem Alter schrieb Gertrude Jekyll Fachartikel, unter anderem für die Zeitschrift „Country Life“. Rosenkönig David Austin hat eine besonders schöne Rose nach ihr benannt. Leider sind viele ihrer Gärten nicht erhalten geblieben, aber einige schon. Wunderschön sind die „Somerset Gardens“ auf dem Landsitz Hestercombe – ihre erste Kooperation mit Lutyens. Eine ganz besondere Atmosphäre hat der von ihr entworfene Garten auf der Gezeiteninsel Lindisfarne vor der Küste von Northumberland.

PS. Falls Sie mit den Namen Jekyll in erster Linie die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde verbinden, liegen Sie ganz richtig. Der Autor Robert Louis Stevenson war mit einem der Brüder Getrude Jekylls befreundet und borgte sich den Namen für die Novelle.


 

 

Kommentar hinzufügen

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle mit einem * markierten Felder müssen ausgefüllt sein).