Die feine englische Art

Eine Reise in Englands Südwesten - Teil 7: Nicht das Ende der Welt, aber des Landes


Lands End

Lands End

Die Sicht ist immer noch sehr mäßig, als unser Bus durch Penzance fährt. Diese Küstenstadt wird in den Büchern von Rosamunde Pilcher besonders häufig erwähnt, erfahren wir, und schauen auf bezaubernde Cottages, leicht angegraute Hotels, viele Palmen und den „Jubilee Pool“. Das ist ein Freibad im Art-Deco-Stil, das sich regelmäßig mit frischem Salzwasser füllt. Es hat eine ungewöhnliche Dreiecksform und historische Umkleidekabinen. Diese See-Schwimmbecken hatten in England Tradition, aber viele wurden später aufgegeben und verfielen oder wurden abgerissen. In Penzance hat man den „lido“ (so der echt englische Ausdruck für Freibad) erhalten und nach einem Sturm sogar wieder aufgebaut und restauriert. Heute ist nicht gerade Badewetter, trotzdem schwimmen die üblichen Hartgesottenen unter grauem Himmel.

Wir nähern uns Land´s End, dem südwestlichsten Zipfel der britischen Hauptinsel, eine der Touristenattraktionen schlechthin. Und was passiert? Gerade, als Werner in den Parkplatz einbiegt, reißt der Himmel auf. Die Sonne lugt hervor, die Wolken verziehen sich, zumindest ein wenig – und plötzlich stehen wir im Sonnenschein. Extra für uns!

Land´s End ist in Privatbesitz. Der Eigentümer hat eine Reihe von Häuschen vor die Landzunge gebaut: Shops, ein Besucherzentrum, eine Kneipe und so weiter. Das wird oft beklagt, aber wir finden es gar nicht so schlimm, weil die Häuser im ortsüblichen Stil gebaut sind. Außerdem ist es heute – wegen des bis eben schlechten Wetters – eher leer. Ein Blick in den Souvenirladen wirft aber doch die Frage auf, warum man ausgerechnet hier einen Krug in Form des Kopfes von Donald Trump kaufen sollte.

Wir lassen das alles hinter uns und laufen zu den Klippen. Wunderschön! Unten schäumt die Gischt gegen die schroffen Felsen, der Ausblick ist in jede Richtung atemberaubend. Ein Foto vom Wegweiser muss sein. Er zeigt in die eine Richtung nach John O´Groats im Norden Schottlands (874 Meilen entfernt, das sind über 1400 Kilometer) und in die andere nach New York (3147 Meilen, mehr als 5000 Kilometer). Aber wir wollen hier ja gar nicht weg, egal wohin, sondern noch ein bisschen gucken.

www.visitcornwall.com/places/lands-end

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