Die feine englische Art

Pionier der Eisenbahn


George Stephenson war ein bemerkenswerter Mann. 1781 als Kind armer Eltern in der Nähe von Newcastle geboren und bis zum 18. Lebensjahr Analphabet, schaffte er es, einer der bedeutendsten Ingenieure Europas zu werden. Er  entwickelte die erste Lokomotive, die einen Passagierzug ziehen konnte und 1825 zu ihrer Jungfernfahrt startete, 38 vollbesetzte Waggons im Schlepptau. Heute gilt er als „Vater der Eisenbahn“, die wiederum zum Motor der Industriellen Revolution wurde. Sein Todestag jährt sich am 12. August zum 170. Mail.

Als Junge musste George im Bergbau seiner nordenglischen Heimat schuften, später reparierte er auch Schuhe, um sein Einkommen aufzubessern und seine abendlichen Lehrgänge zu finanzieren. Er galt, nachdem er es zu Ruhm und Ansehen gebracht hatte, als leuchtendes Vorbild in einer Ära, die es sozialen Aufsteigern nicht gerade leichtmachte.

Sein Interesse an Technik im Allgemeinen und Dampfmaschinen im Besonderen war auch der Familiengeschichte geschuldet: Bei einem Unfall mit einer Dampfmaschine erblindete sein Vater. George Stephenson wollte sicherere und leistungsfähigere Konstruktionen. Zu seinen Erfindungen gehört übrigens auch eine Grubenlampe, die keine offene Flamme mehr hatte und damit das Explosionsrisiko in den Stollen minderte – auch hier spielte wohl seine eigene Erfahrung und Angst eine Rolle. Er war nicht der erste und der einzige, der sich mit der Eisenbahn beschäftigte, aber er löste einige der entscheidenden Probleme dieser neuen Technik, zum Beispiel das Brechen der alten, noch von Pferdebahnen stammenden Gleise unter dem Gewicht der Loks.  George Stephensons Erfolge waren so beachtlich, dass er zu einem Ratgeber unter anderem für die aufstrebenden Eisenbahngesellschaften in Nordamerika wurde. Die sogenannte Normalspur der Bahn, auch heute noch bei uns, in Westeuropa und den USA verbreitet, wurde von ihm entwickelt und heißt auch Stephenson-Spur. Sein Sohn Robert nahm sich den Vater zum Vorbild und wurde ebenfalls zu einem gefeierten Ingenieur. Die beiden arbeiteten eng und erfolgreich zusammen. Allerdings überlebte Robert seinen Vater George nur um 11 Jahre.

Das kleine Cottage im Dorf Wylam bei Newcastle, in dem George Stephenson zur Welt kam und in drangvoller Enge heranwuchs (dort waren vier Familien untergebracht), wird heute von der Organisation National Trust betreut. Es ist derzeit aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.


 

 

Kommentar hinzufügen

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Redaktion sich die Entscheidung vorbehält, ob und wann Ihr Leserbrief an dieser Stelle veröffentlicht wird.

Ihre E-Mail Adresse, den Vornamen und Ihren Namen benötigen wir zur Direktkommunikation zu Ihrer Veröffentlichung, etwa um Missbrauch und Fälle von Rechtsverletzungen unterbinden zu können. Ihre Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit dieser Kommentarfunktion genutzt und zu diesem Zweck in elektronischer Form gespeichert. Eine Weitergabe Ihrer Daten oder Teile davon erfolgt ausdrücklich nicht. Die entsprechende Datennutzung akzeptieren Sie mit dem Ausfüllen und Absenden dieses Formulars. Weitere Informationen zum Schutz Ihrer persönlichen Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte füllen Sie das Formular aus (alle mit einem * markierten Felder müssen ausgefüllt sein).