Die feine englische Art

Frühlingsgefühle


„Spring has sprung“, wird jedes Frühjahr in Großbritannien gejubelt – in Medien, in der Schaufensterdeko und in der Werbung. Der Frühling ist da! Oder man wird aufgefordert: „Spring into spring!“. Das ist ein beliebter Slogan, um Mode, Diäten, Sandalen, Frühlingsgemüse, Smoothies und anderes zu bewerben oder einfach nur gute Laune zu wünschen. Schon immer fragen wir uns, ob der Begriff „spring“ fürs Frühjahr tatsächlich von „to spring“, also springen, kommt. Jetzt sind wir der Sache mal nachgegangen und siehe, es stimmt. Vermutlich hat es mit den über Nacht aufspringenden Blüten und den Pflanzen, die scheinbar aus der Erde schießen, zu tun.

„To spring“ als Verb hat fast die gleiche Bedeutung wie das gebräuchlichere „to jump“, aber eben nur fast. Nach unserem Sprachgefühl ist "springing“ eine kürzere und schnellere Bewegung als „jumping“, ohne dass wir dies nun wissenschaftlich belegen könnten. „To spring into action“ heißt: ganz schnell auf den Plan treten.
Als Hauptwort bedeutet "spring“ außer Frühling auch „Feder“, und zwar die gedrehte metallene Variante, die immer wieder zurückschnellt (die Vogelfeder heißt „feather“, die lange Schwanzfeder „plume“, die gute alte Schreibfeder „quill“ – für Abwechslung beim Vokabellernen ist also gesorgt). Außerdem steht „spring“ für „Quelle“, wo ja auch etwas aus der Erde springt, nämlich frisches Wasser.

Zum Schluss präsentieren wir Ihnen noch ein sehr albernes Frühlingsgedicht, das da lautet: „Spring has sprung, the grass has riz, I wonder where the birdies is“. Die grammatischen Fehler (riz statt risen, is statt are, und von den „birdies“ wollen wir gar nicht erst anfangen) sind Absicht, sonst reimt es sich ja nicht. Sinnlos ist es auch, denn im Frühjahr – so lehrt uns traditionelles deutschsprachiges Liedgut – sind die Vögel „schon da", und zwar „alle Vögel, alle“. Man muss sich also nicht extra fragen, wo sie bleiben. Aber so ist das im Frühling, der macht alle verrückt und fröhlich und sprunghaft. 


 

 

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