Die feine englische Art

Hoch das Seil!


Hoch das Seil! National Skipping Day

Es gibt Sportarten, für die braucht man einiges an Ausstattung und Können: Wakeboarden, Drachenfliegen, Skifahren und Reiten zum Beispiel Und dann gibt es Seilspringen. Das kann jede(r), der oder die ein Springseil und ein paar brauchbare Schuhe besitzt. „Skipping“, wie es auf Englisch heißt, macht fit und fröhlich, geht solo oder zu mehreren und in der Halle ebenso wie im Freien (und in der Wohnung auch, wenn die Nachbarn tolerant sind). Um diese alte Sportart wieder stärker unters Volk zu bringen, ist heute im Vereinigen Königreich gerade der „National Skipping Day“ (am 23. März). Er wurde von einem Kursanbieter und einem Springseilhersteller gemeinsam ins Leben gerufen. Grundschulen sind jedes Jahr zur Teilnahme aufgerufen und bekommen ein Set Seile umsonst. Keine schlechte Idee, oder?

Während Seilspringen einerseits eine Sportart mit eigenen Regeln und eigenen Meisterschaften ist, so bleibt es auch ein kinderleicht zu lernendes Spiel für alle. Trotz eines gewissen Booms ab den 1980er Jahren sieht man aber auf den Straßen und Spielplätzen, ob in Großbritannien oder bei uns, eher selten seilhüpfende Kinder. Das liegt wohl auch daran, dass die unorganisierte Freizeit ein rares Gut geworden ist. Frühere Kindergenerationen konnten ganze Nachmittage mit dem Springseil oder beim Fußballspiel verbringen, ohne dass jemand nach ihnen schaute. Andererseits: Heute dürfen auch Jungs seilhüpfen und Mädchen Fußball spielen, ohne dass sich jemand lustig macht. Das ist eindeutig ein Fortschritt.

Seilspringen stammt angeblich aus den Niederlangen; vielleicht kommt daher auch der Begriff Double Dutch für das Seilspringen zu zweit. „To skip“ heißt auf Englisch ganz generell hüpfen, wer es präzisieren will, sagt deshalb „rope skipping“ (und das Seil heißt „skipping rope“). Die Amerikaner sagen „rope jumping“.

Übrigens hat „skip“ noch ein paar andere Bedeutungen, „to skip school“ etwa heißt die Schule schwänzen. Man überspringt sozusagen locker ein paar Unterrichtsstunden … Wer verliebt ist, dessen „heart skips a beat“, es lässt ein paar Schläge aus. Bei uns dagegen schlägt es schneller!

Komischerweise ist ein „skip“ als Hauptwort ein Container der Sorte, die man bei Bauarbeiten vors Haus stellt. Wir vermuten mal, dass das nichts mit Springen zu tun hat, sondern eher mit einem Schiff – der Form wegen.  Und da kommt auch der Skipper her. 


 

 

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