Die feine englische Art

Scharf, süß, unverzichtbar


Scharf, süß, unverzichtbar

Manche finden Zwiebeln ja zum Heulen, andere vertragen sie nicht besonders gut. Aber für die meisten von uns sind sie in vielen Gerichten unverzichtbar. Auch in traditionellen britischen und irischen Speisen haben sie einen festen Platz, zumal das ja ursprünglich rustikale und deftige Küchen sind. Ein echtes Irish Stew zum Beispiel enthält viele Zwiebeln (und Kartoffeln. Aber keinen Weißkohl).

Woher Zwiebeln stammen, ist weitgehend ungeklärt. Jedenfalls gelten sie als sehr alte Kulturpflanzen, die schon den Ägyptern der Antike gute Dienste leisteten. Angeblich kamen sie, wie so vieles, mit den römischen Besatzern nach Nordeuropa und auch auf die Britischen Inseln. Auf Englisch heißt die normale Zwiebel „onion“, vorn mit einem A-Laut gesprochen, die feinere Verwandtschaft, die wir Schalotte nennen, ist eine „shallot“. Frühlingszwiebeln werden, ganz logisch, „spring onions“ genannt, und der Lauch, die Nationalpflanze der Waliser, heißt „leek“. Ach ja, und Knoblauch – ebenfalls verwandt – nennt sich „garlic“, Bärlauch „wild garlic“.
Das Schöne an Zwiebeln ist, dass sie nicht nur sehr gesund, sondern auch vielseitig sind. Man kann sie roh im Salat essen, braten, backen und füllen, dünsten und frittieren. Es gibt milde und scharfe Varianten, aber auch die schärferen werden süß, wenn man sie nur lange und langsam genug in Butter oder Öl dünstet. Ein kleiner Trick, den wir von der Fernsehköchin Nigella Lawson abgeguckt haben: Wenn man etwas Salz zu den Zwiebeln in der Pfanne gibt, dann bräunen sie nicht und brennen nicht an. Das Salz bringt sie nämlich zum Schwitzen.
„Pickled onions“ sind in Großbritannien sehr beliebt als Beigabe zu Käse und gehören zum traditionellen „Ploughman´s Lunch“ mit Cheddar und Brot. Sie werden, anders als bei uns, in braunen Essig eingelegt statt in weißen. Einen festen Platz neben der Käseplatte hat auch „onion marmelade“, oft mit Orangen geschmort und angenehm süßsäuerlich.

Hier ist ein Rezept für eine leckere Zwiebelsuppe, die perfekt zu überbackenem Käsetoast und zu einem Winterabend passt: 600 Gramm Schalotten oder kleine Zwiebeln (sie dürfen auch rot sein) in Scheiben schneiden. Einen Esslöffel Butter in einem Topf zerlassen, die Zwiebeln zugeben, leicht salzen und bei geringer Hitze mindestens eine Viertelstunde dünsten lassen. Nach zehn Minuten einen Teelöffel Zucker zugeben. Wenn die Zwiebeln weich und leicht karamellisiert sind, einen Esslöffel gehackten Thymian und einen Esslöffel Mehl darüberstreuen, zwei Minuten weiterdünsten, dann mit einem Schuss trockenem Sherry oder Weißwein und einem Liter Hühner- oder Gemüsebrühe ablöschen. Eine halbe Stunde sanft köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.


 

 

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