Die feine englische Art

Doppelpremiere für Bond und die Beatles


Doppelpremiere für Bond und die Beatles

Die Beatles

Der 5. Oktober 1962 war ein besonderer Tag für Großbritannien und die Welt – was sich aber erst im Nachhinein herausstellte. Zeitgleich traten James Bond und die Beatles ins Rampenlicht: Der fiktive Geheimdienstmann erschien vor 55 Jahren zum ersten Mal im Kino, die Uraufführung war in London. Und die Beatles brachten mit „Love Me Do“ ihre erste Single auf den Markt. So verschieden diese Premieren sind, so haben sie doch eins gemeinsam: Alle Beteiligten trugen smarte Anzüge. Und starteten in Weltkarrieren.

Im ersten „James Bond 007“-Film ist schon alles drin, was zu dieser Reihe gehört: schöne Frauen, ein irrer Wissenschaftler mit dem Ziel der Weltherrschaft, Toptechnologie (aus damaliger Sicht jedenfalls), unzählige Mordanschläge auf den Agenten, die dieser aber alle übersteht und immer noch super aussieht. Und die fetzige Titelmusik. Der coole Sean Connery spielte den Agenten, eine Rolle, der er bis in die 1970er treu bleiben sollte und die er 1983 noch einmal in „Sag niemals nie“ mit einem Augenzwinkern übernahm.

Buchautor und Bond-Erfinder Ian Fleming hätte angeblich lieber David Niven, Roger Moore oder Christopher Lee in der Rolle des Agenten gesehen. Auf etwas andere Weise erfüllte sich der Wunsch, Niven spielte eine Bond-Parodie in „Casino Royal“, Moore wurde Connerys Nachfolger und Lee gab im Bondfilm „Der Mann mit dem goldenen Colt“ den Bösewicht.

„Dr. No“ wurde zu einem großen finanziellen Erfolg. In Deutschland hatte der Film, der aus heutiger Sicht ein bisschen rührend wirkt, im Januar 1963 Premiere.

Die Beatles waren zum Zeitpunkt, an dem ihre erste Single auf den Markt kam, noch ziemlich unbekannt. Insofern war es auch ein Wagnis für die Plattenfirma, sie mit einem selbstgeschriebenen Song ins Rennen zu schicken – wie man sieht, lohnt es sich manchmal, ein Risiko einzugehen. Paul McCartney hatte das Lied „Love Me Do“ schon als Teenager geschrieben, John Lennon nach eigenen Angaben nur ein bisschen dazu beigetragen. Trotzdem erschien der Song unter ihrem später legendären Copyright „Lennon – McCartney“. Er kam nach Erscheinen auf Platz 17 der Charts im Vereinigten Königreich, was ein großer Erfolg für die Band war. Heute ist „Love Me Do“ ein echter Klassiker, den die meisten Leute mitsingen können.

Laut Wikipedia geriet Manager Brian Epstein in Verdacht, er habe tausende Exemplare der Single aufgekauft, um den Erfolg anzuschieben. Dies gilt heute aber als widerlegt und ist einer der vielen Mythen, die sich um die Beatles ranken. Die Originalaufnahme des ersten Singleerfolgs ist allerdings tatsächlich verschollen. Die Bänder wurden damals nicht archiviert. 


 

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