Die feine englische Art

Schottland feiert seine Küche


Porridge mit Blaubeeren

Porridge mit Blaubeeren

Schottland ist ein wunderschönes Land, das lange Zeit von zwei Vorurteilen behelligt wurde. Erstens: Schotten sind geizig. Zweitens: Schottisches Essen schmeckt nicht (und am schlimmsten ist salziger Porridge).

Beides stimmt nicht oder jedenfalls nicht mehr. Wir hatten ohnehin immer die Vermutung, dass dieses Gerücht aus der Zeit alter Konflikte zwischen Engländern und Schotten stammt und gezielt in die Welt gesetzt wurde. Da Schottland früher unterdrückt und arm war, mag aber ein Körnchen Wahrheit darin gewesen sein, denn wer nichts hat, muss auf den Penny gucken und kann auch nichts Besonderes auf den Tisch bringen und greift notfalls zu salzigem Porridge. Wenn Zucker halt so teuer war!

Jedenfalls ist die schottische Küche längst rehabilitiert, mixt Traditionelles mit modernen Ideen und feiert sich Anfang September in der „Scottish Food & Drink Fortnight“. Fortnight heißt: 14 Tage lang. Jeder Tag ab 2. September ist einem anderen Motto gewidmet, beginnend mit „Picknick“ über „Afternoon Tea“ bis hin zu „Brunch“. Es gibt auch einen Tag fürs „TV Dinner“, also was Schnelles, das vorm Fernseher serviert wird und ja nicht zwingend eine Tiefkühlpizza sein muss. Sinn der Sache ist es, die Einheimischen zu ermutigen, mehr lokale Produkte und Spezialitäten in ihren Alltag zu integrieren – keine schlechte Sache. Außerdem machen natürlich viele Restaurants mit und servieren schottische Spezialitäten, und Lebensmittelproduzenten können für sich werben.

Der nördliche Teil der Britischen Hauptinsel ist ja von der Natur gesegnet mit dem gemäßigten Klima und dem häufigen Wechsel von Sonne und Regen. Weite Teile der Landschaft sind noch immer unberührt, so dass Wild und Wildgeflügel reichlich vorkommen. Fisch und Meeresfrüchte haben Weltklasse, auch der berühmte Lachs, für den mancherorts Lachsleitern gebaut werden, damit er es flussaufwärts schafft (echter schottischer Wildlachs ist seinen Preis wert und kein Vergleich zur Ware aus Fischfarmen).  Die Böden sind teilweise karg, aber von Schafen bevölkert, so dass Lamm und Hammelfleisch gern gegessen werden, nicht nur im schottischen Nationalgericht Haggis. Es enthält außerdem Haferflocken, das Lieblingsgetreide der schottischen Küche.  Kartoffeln und Rüben gedeihen gut, ebenso Beeren, vor allem Himbeeren und echte Blaubeeren. Schottland hat eine eigene Gebäckkultur, deren schönstes Ergebnis das Shortbread ist. Und dann ist da natürlich der Whisky mit seinem typischen Geschmack, nach alten Rezepten gebrannt und gemischt – schottisches Gold! Wir trinken ein Gläschen mit und stoßen auf die Woche des guten schottischen Geschmacks an.


 

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