Die feine englische Art

Der Hauch des Herbstes


Herbst in Chatsworth

Herbst in Chatsworth

Die Briten nennen es „a nip in the air“: Der kühle Hauch in der Luft kündigt den Herbst an, auch wenn die Bäume noch grün sind. Aber wer genau hinschaut, der sieht, dass sie den Farbwechsel schon heimlich vorbereiten. Wenn dann noch dieses goldene Licht hinzukommt, das die tiefer stehende Sonne ausstrahlt, und womöglich Frühnebel – dann sind wir eindeutig auf dem Weg in die dritte Jahreszeit. Auf Englisch heißt sie „autumn“ (mit stummem „n“), auf Amerikanisch „fall“. In jedem Fall macht sie Lust auf Kürbissuppe, Dekowechsel in der Wohnung und die neue Herbstmode.

Aber genau genommen ist ja noch immer Sommer, Spätsommer, auch wenn es sich anders anfühlt. Scheint dann die besagte goldene Sonne, strahlt der Himmel tiefblau und macht sich der Spinnennachwuchs auf die Reise, dann nennen wir das „Altweibersommer“. Vielleicht kommen noch ein paar solcher Tage! In Großbritannien liebt man sie auch, hat aber keinen Ausdruck dafür. „Indian Summer“ stammt aus den Vereinigten Staaten. Der Begriff umschreibt nicht, wie die meisten Leute glauben, die Laubfärbung, sondern die oben beschriebene sonnig-herbstliche Wetterlage. Insofern ist er schon eine Übersetzung für den Altweibersommer, auf den wir alle hoffen.

Übrigens hat eine ältere Dame in den 1980ern mal eine Klage gegen den Begriff Altweibersommer eingereicht, da sie sich diskriminiert fühlte. Da „alt“ aber keine Beleidigung ist und „Weib“ zumindest dem Ursprung nach auch nicht, sondern eine veraltete Form von Frau, hatte sie keine Chance. Warum diese Wetterlage bei uns so heißt, bleibt trotzdem rätselhaft – eine Theorie besagt, die feinen Spinnweben erinnerten an graues Frauenhaar. Für diese Fäden, die im Winde treiben und die kleinen Spinnen in die weite Welt schicken, hat die englische Sprache dann aber doch ein eigenes Wort: „gossamer“.

Lust auf Herbst? Schauen Sie sich unsere neue Kollektion an. 


 

 

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