Die feine englische Art

Ist das nicht quirky?


Quirky

Briten und vor allem Engländer gelten als exzentrisch, aber die meisten sind eigentlich ganz normal. Man könnte allerdings daran zweifeln, wenn man die Liste der sogenannten „quirky events“ anschaut, die im Laufe eines Jahres so abgehalten werden in Inselreich. Da wäre im Mai das Maldon Mud Race, bei dem die Teilnehmer 500 Meter durch ein sehr schlammiges Flussbett laufen – der Fluss heißt Blackwater und dies zu Recht. Oder das Fußballspiel am Karnevalsdienstag in Ashbourne, Derbshire:  Einwohner aus dem Süden der Stadt treten gegen Einwohner aus dem Norden der Stadt an, und zwar alle gleichzeitig und ohne nennenswertes Regelwerk. Diese Stadt ist zudem im August Austragungsort der alljährlichen Weltmeisterschaft im Zehenhakeln.  Außerdem werden Wettbewerbe wahlweise im Keks-Weitwurf (Cattistock in Dorset) und Blutwurst-Zielwerfen (Ramsbottom in der Nähe von Manchester) geboten, nicht zu vergessen die „World Conker Championships“ in Southwick, Northamptonshire, deren Teilnehmer Kastanien aneinanderknallen lassen, bis eine kaputtgeht. Im Dezember winkt dann der Londoner Christmas-Pudding-Lauf. Es gibt noch viele, viele weitere Termine dieser Art, bei denen manchmal ganze Städte mitmachen, manchmal auch nur die Gäste eines bestimmten Pubs.

All diese Ereignisse haben aber einen höheren Zweck. Wer teilnimmt, lässt sich von Firmen, Freunden und Verwandten sponsern, und das Geld wird einem guten Zweck gespendet. Dafür macht man sich gern mal ein bisschen lächerlich – die Eigenschaft, Humor auch auf eigene Kosten zuzulassen, ist ja ebenfalls typisch britisch.

Für Sprachfreunde: „Quirky“ heißt „schrullig“ oder „leicht verrückt auf nette Art“ und spricht sich mit Ö-Laut. 


 

 

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