Die feine englische Art

Leckerer Lauch zum St. David´s Day


Die englische Rose, die schottische Distel – und der walisische Lauch. Das ist schon ein seltsames Trio an Nationalsymbolen. Am 1. März, dem St. David's Day, steht jedenfalls der bodenständige Lauch im Mittelpunkt. Wales feiert seinen Nationaltag.

Wieso nun gerade ein Gemüse das schöne Land im Westen der Britischen Inseln symbolisieren soll, bleibt das Geheimnis der Waliser. Es ranken sich Legenden um eine Schlacht auf dem Lauchacker, aber wer sie geschlagen hat, das variiert in der Überlieferung. In einer Version war es der Heilige David selbst, in einer anderen ein König aus dem Mittelalter. Jedenfalls sollen die wackeren Waliser zur Tarnung Lauchstangen an die Helme geheftet haben. Ob das geholfen hat? Lauch wächst ja gar nicht so hoch, dass man sich auf einem Acker wirklich verstecke könnte. Und sooo klein waren die Menschen früher dann auch nicht. Aber vielleicht haben sie sich kriechend angeschlichen.

Jedenfalls feiern wir den Davidstag gern mit und kochen daher ein leckeres Lauchgericht. Das Schöne an diesem Gemüse: Es ist im Winter und Frühjahr frisch vom heimischen Feld zu kaufen, und wenn es einmal Frost abbekommen hat, schmeckt es eher noch besser. Nicht so penetrant wie andere Zwiebelgewächse, entfaltet Lauch beim Schmoren eine raffinierte Süße und behält doch seine Konsistenz. „Quietschlauch“ sagen manche Kinder dazu, ihre englisch sprechenden Altersgenossen reden von „squeaky leeks“ und meinen dasselbe – den gewissen Biss.

Lauch ist gesund und sehr vielseitig, schmeckt solo, in der Suppe oder im Auflauf und ist ein perfekter Partner zu Speck und Käse. Deshalb empfehlen wir „leek pasties“, die ganz leicht zu machen sind: Zwei Stangen Lauch von den großen äußeren Blättern befreien, Enden und Wurzeln abschneiden, der Länge nach aufschlitzen (aber nicht durchschneiden) und waschen. In feine Ringe schneiden. In einer Pfanne 100 Gramm Speck ausbraten, den Lauch hinzufügen und sanft schmoren (etwa zehn Minuten lang). Vier Esslöffel Frischkäse mit Kräutern unterrühren, abkühlen lassen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Zwei Rollen Blätterteig ausrollen, mit Hilfe einer Untertasse Kreise ausstechen. Auf jeden Kreis etwa zwei Esslöffel der Füllung legen, die andere Hälfte überschlagen, so dass eine Halbmondform entsteht, und die Ränder festdrücken. Goldbraun backen. Wer keinen Speck mag, lässt ihn weg oder ersetzt ihn durch Räucherfisch wie Lachs oder Makrele.  Die kleinen Pasteten sind auch ein beliebtes Partygericht, vor allem in der Miniaturfassung. Dafür nehmen wir eine Tasse als Schablone.

PS. Die Waliser haben noch eine zweite Nationalpflanze, und das ist die Narzisse. Die ist um einiges dekorativer, und wer eine Vase voll „daffodils“ auf den Tisch stellt, erweist Wales zusätzliche Ehre.

PPS. Im Vergleich zu dem schottischen Schutzheiligen St. Andrew und dem englischen Patron St. George hat der Heilige David einen großen Vorzug: Er war tatsächlich zu Lebzeiten in Wales!


 

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