Die feine englische Art

Frühstück ist fertig!


Das ist ja ärgerlich: Da freut sich der Mensch wie jedes Jahr auf die britische „Breakfast Week“ Ende Januar und würde sie gern mitfeiern – und dann fällt sie einfach aus. Die Leute, die dieses Ereignis seit dem Jahr 2000 organisieren, haben sich für 2017 umentschieden und wollen stattdessen das ganze Jahr über „breakfast“ und seine Bedeutung thematisieren, ganz ohne Events und Kampagnen. Na gut, sie müssen es wissen. Dann feiern wir unsere britische Frühstückswoche eben ganz privat…und laden ein paar Freundinnen und Freunde dazu ein.

Ein „Full English (Scottish, Welsh…)“ ist – vom Afternoon Tea abgesehen – der größte Beitrag der Briten zur internationalen Kulinarik. Und ein Exportartikel. Denn auch bei uns servieren viele Hotels heute Würstchen, Speck, Eier in jeder Form, geschmorte Tomaten, Pilze und Baked Beans zum Start in den Tag. Einfach, weil ein solches Frühstück etwas Besonderes ist und bei den Gästen besser ankommt als bloß Brötchen und Marmelade oder Käse und Aufschnitt (letztere haben auf einem britischen „breakfast table“ nichts verloren!).

Für ein echtes englisches Frühstück unverzichtbar:

  • Eier, entweder als Spiegelei, Rührei oder auch „poached“, also pochiert.
  • Speck, knusprig gebraten. 
  • Gegrillte oder gebratene Würstchen. 
  • Gegrillte Tomatenhälften und gebratene Pilze.
  • Toast mit gesalzener Butter und Orangenmarmelade.

Optional sind dagegen die Baked Beans (wirklich!), das köstliche, aber ziemlich fettige „fried bread“ sowie geräucherter „haddock“ (Schellfisch). Regionale Beigaben variieren: in Schottland „black pudding“, gebratene Blutwurst, und in Wales „laverbread“ aus Algen. Und wenn es ein Full Irish sein soll, dann gern mit „soda bread“, ohne Hefe gebacken.

Vorneweg gibt es immer „cereals“, also Frühstücksflocken. Also, da wird wirklich jeder satt!

Und was gibt es zu trinken? Tee in rauen Mengen (eine robuste Sorte; eher English Breakfast, wie der Name schon sagt, als Earl Grey) oder, wenn es denn sein muss, Kaffee.

Kleiner Tipp für alle, die selbst einmal zu einem „fry-up“, wie das gebratene Frühstück auch heißt, einladen wollen: Die Eier in der Pfanne zubereiten (oder im „egg poacher“), aber Würstchen, Speck, Tomaten und Pilze im heißen Ofen braten und am Schluss den Grill hochschalten. Dann wird alles gleichzeitig fertig und schön braun, und das überflüssige Fett der Fleischwaren tritt aus und kann abgegossen oder mit Küchenpapier weggetupft werden. 

Have a great day!

PS. Die Briten selbst essen ihr legendäres Frühstück nicht mehr jeden Tag, sondern eher an den Wochenenden oder wenn Gäste kommen oder ebenfalls im Hotel. Denn es ist zwar leicht zuzubereiten, kostet aber natürlich etwas Zeit. Außerdem sind die meisten Menschen heute keine Schwerarbeiter mehr wie früher, deshalb brauchen sie auch nicht so viel Treibstoff, sprich Kalorien, für den Arbeitstag. Der Sinn der Breakfast Week war daher einerseits, die britische Tradition zu fördern, aber andererseits, daran zu erinnern, dass auch ein bescheidenes Frühstück besser ist als gar keins, besonders für Kinder.
Viele Frühstücksrezepte, auch weniger traditionelle, finden sich hier: www.shakeupyourwakeup.com


 

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