Die feine englische Art

Chip für Chip zum Glück


fish-and-chips

Kein Großbritannien-Besuch ohne Abstecher zum örtlichen „chippy“! Es gibt ihn überall, den Frittenladen, was nicht verwundert: Fish and chips stehen noch immer ganz oben in der Gunst der Briten, trotz erheblicher Fast-Food-Konkurrenz von allen Seiten, vom Curry über Kebab bis zum Hamburger. Was unterscheidet eigentlich echt britische Chips von unseren Pommes, Fritten, „Fries“ und Co.?

 

Ein britischer Chip, der auf sich hält, hat drei Eigenschaften: Erstens ist er viel dicker als seine Artgenossen aus anderen Ländern. Zweitens sieht er nicht aus wie genormt – sondern lässt deutlich erkennen, dass Kartoffeln rund sind und nicht eckig! Die Stücke sind also nicht regelmäßig. Drittens, und das ist wichtig, wird er doppelt frittiert. Das erste Mal bei etwa 130 Grad, dann darf er abtropfen und auskühlen, und das zweite Mal zum Braun werden dann bei fast 200 Grad. Britische Chips sind daher oft dunkler, als die Gesundheitspolizei erlaubt. Aber wenn man gut aufpasst und sie rechtzeitig wieder aus der Fritteuse holt, muss das nicht sein. Gut auf Küchenpapier entfetten, dann sind sie besser verträglich. Früher wurde übrigens oft in tierischem Fett frittiert, heute fast nur noch in Sonnenblumenöl, was sicher nicht nur Vegetarier freut. Mehlige Kartoffelsorten eignen sich übrigens am besten. Der Idealzustand ist: außen knusprig braun, innen weich und fluffig.

 

Chips passen zu paniertem Fisch, ganz klar, aber auch zu einer Vielzahl anderer Gerichte (sie werden sogar zu chinesischem Essen angeboten, was den Gastronomen sicher ein Graus ist). Solo schmecken sie natürlich auch. Die klassisch britische Zutat ist, außer Salz in nicht unerheblicher Menge, Malzessig. Er weicht die Kartoffeln gut auf, sticht in die Nase und schmeckt (finden wir jedenfalls) einfach sensationell britisch. Wer sich nicht traut, lässt ihn einfach weg. Heute werden in vielen Pommesbuden auch Ketchup und Mayo angeboten, aber das ist eigentlich unbritisch. Dann eher „Brown Sauce“ aus der Flasche oder sogar Bratensauce, „gravy“. Die traditionelle Beigabe zu Fish´n´Chips sind übrigens „mushy peas“, ein Püree aus Erbsen. Den Vitamingehalt zweifeln wir an, aber immerhin, besser als gar nichts Grünes!

 

Dass Kartoffelchips in England (nicht aber in den USA) „crisps“ heißen, wussten Sie schon. Auch hier sind „salt and vinegar“, Salz und Essig, eine besonders beliebte und klassisch britische Geschmacksrichtung.


 

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