Die feine englische Art

Schottland für Anhänger, Tag fünf


Maria Stuart Statue

Linlithgow Castle

Maria Stuart Statue

Die Kathedralenruine in Dunkeld

Ein gestrickter Christmas Cake aus Birnam

Die Lachsleiter in Pitlochry

Auf in die Highlands! Aber zunächst schauen wir uns Linlithgow Palace westlich von Edinburgh an, Geburtsort der Maria Stuart – eine riesige Ruine von düsterer Schönheit, die über einem Loch thront. Seit einem Brand im 18. Jahrhundert hat sie kein Dach mehr. Hinter den leeren Fensterhöhlen werden des Öfteren weibliche Gespenster gesichtet. Maria Stuart selbst spukt hier aber nicht, ihr Geist ist anderweitig beschäftigt in den Trümmern von Fotheringhay Castle, wo sie hingerichtet wurde. Dass sie – als sie ihren Kopf noch hatte – eine imposante und gut aussehende Frau war, zeigt uns ihr Standbild vorm Schloss.

Der Ort Linlithgow ist übersichtlich und hübsch. Wir kehren ein im „Coffee Neuk“. Auf unsere Frage, was ein „neuk“ ist, sagt uns die Wirtin: eine Ecke. Im Englischen gibt es das Wort „nook“ mit ähnlicher Bedeutung, meist in der Redewendung „nooks and crannies“, Ecken und Winkel. Neuk ist offenbar die schottische Variante, die sich aber genauso ausspricht. Man lernt ja nie aus.

Dies ist einer der Orte, wo wir am Rande oder vielmehr jenseits der Legalität parken (auf dem Schild steht ausdrücklich „no caravans“. Aber es ist sooo viel Platz frei. Und wir ziehen ja auch ganz brav einen Parkschein der Marke „pay and display“). Die Strafe folgt auf dem Fuße. Beim Wenden streift unser Caravan einen Baum, und ein kleines rotes Seitenlicht geht in Scherben. Mal gucken, wie wir das dem Vermieter beibringen.

Nächstes Ziel sind die Dorfschönheiten Dunkeld und Birnam, die einander gegenüber an den Ufern des Flusses Tay liegen und als eine einzige Stadt gehandelt werden. Beide sehen aus wie einem Bilderbuch entnommen. Dunkeld hat eine romantische Kathedralenruine, Birnam ein reiches Kulturleben und die „Beatrix Potter Gardens“, denn die Künstlerin – Mutter von „Peter Hase“ – hat hier in der Gegend oft Urlaub gemacht. Zum Bedauern der Einheimischen ließ sie sich dann doch im Lake District in England nieder, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Sonne scheint, die Angler versuchen an der Brücke am Tay ihr Glück, Kinder spielen am Ufer. In einem kleinen Laden kaufen wir eine handgestrickte Christbaumkugel in Form eines Christmas Pudding. An etwas derart Geschmackvollem können wir natürlich nicht vorbeigehen. Einen Laden weiter erstehen wir noch Wollmützchen, denn es schwant uns, dass dieses herrliche Wetter nicht bleiben wird…

Wir schauen auch noch in Pitlochry vorbei und bewundern die „Lachsleiter“ am Staudamm, die den Fischen auf die Sprünge hilft (sonst wäre ihnen der Weg versperrt). Es sind leider keine Lachse zu sehen.

Weiter in Richtung Fort William. Es geht hinauf in die Cairngorms. Die Landschaft wird karger, Gräser und Tannen bestimmen nun das Bild statt der sattgrünen Laubbäume, die wir bisher gesehen haben. Schon bald taucht in der Ferne Ben Nevis auf, der höchste Berg der britischen Inseln, der bis weit in den Sommer hinein Schneekappe trägt. Und das, obwohl er nur gut 1340 Meter hoch ist! Fort William ist eine gemütliche Stadt, die uns mit einem Wohnmobilparkplatz erfreut und vom Urlaubertyp „Outdoorfreak“ bevölkert ist. Hier ist Ben-Nevis-Country! Wir werden aber nicht hinaufkraxeln, denn dieser Berg gilt als gefährlich für alle, die nicht besonders erfahren sind. Und das trifft auf uns zu.



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