Sprachecke

16.01.2015

Hinter diesen Mauern…

My Home Is My Castle

„My home is my castle“ ist einer der bekanntesten englischen Sprüche. Was stellen wir uns darunter vor? Dass sich Engländer ihr Zuhause besonders liebevoll und schön einrichten, so fürstlich, wie´s eben geht? Dass sie eine Schwäche für historische Wohnhäuser haben? Dass sie gemäß dem Motto „trautes Heim, Glück allein“ am liebsten in den eigenen vier Wänden sind?

Alle drei Behauptungen treffen zwar auf die englische Gesellschaft zu. Trotzdem hat das Sprichwort einen ganz anderen...weiterlesen


12.01.2015

Fein, feiner, am feinsten: Was bedeutet „posh“?

Pound, Geld, Posh

Wer in Großbritannien essen geht, findet auf so mancher Speisekarte Wörtchen „posh“: posh fish and chips, posh mushrooms…Es heißt „vornehm“ und soll andeuten, dass es sich hier um eine besonders gelungene Zubereitung aus besten Zutaten handelt. So wird der Fisch bei den Chips vielleicht Lachs sein, und im Pilzragout schwimmen Steinpilze statt langweiliger Champignons. Eigentlich bezieht sich „posh“ aber auf Menschen der Variante „gut gekleidet, gut erzogen“. Als Faustregel darf im...weiterlesen


29.12.2014

Twixmas – zwischen den Jahren

Eigentlich dauert die Weihnachtszeit (nicht nur) in Großbritannien zwölf Tage und endet am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Doch dem Gefühl nach ist das schönste Fest des Jahres am 27. Dezember vorbei. Da räumen dann auch viele Leute schon den Weihnachtsbaum weg. Die Zeit, die wir etwas unpräzise „zwischen den Jahren“ nennen, heißt auf den Britischen Inseln „Twixmas“. Dieser noch recht neue Begriff hat nichts mit Schokoriegeln zu tun, sondern setzt sich zusammen aus Christmas oder Neu-Englisch...weiterlesen


08.12.2014

Fremdwörter auf britische Art

Uber oder Über

Die Briten haben es nicht leicht mit Fremdwörtern. Alles, was griechischen oder lateinischen Ursprungs ist, passt irgendwie nicht zur englischen Aussprache. Geht´s um Wörter deutscher Herkunft, lauern Umlaute wie das „Ü“ in „über“. Wie soll man das denn aussprechen? Muss man sich Kopf und Zunge zerbrechen? Nein, es wird einfach angliziert – alles andere wäre „uber efficient“, übertrieben gründlich. Das Schöne an dieser Einstellung ist nicht nur ihre Einfachheit. Nein, sie ist auch von höchster...weiterlesen


17.11.2014

Lauter Chefsachen

Wenn der Chef kocht...

Wer einen guten Chef (oder eine gute Chefin) hat, kann sich glücklich schätzen. Und wer in Großbritannien einen guten „chef“ erwischt, freut sich ebenfalls. Dasselbe ist das aber nicht. Denn ein „chef“ ist ein Koch, und zwar ein ganz normaler, kein Chefkoch. Verwirrend? Leider ja, und es wird noch komplizierter.

Dass die Leute in der Küche in Großbritannien „chefs“ sind, liegt an den Franzosen. Diese Meister der Kochkunst haben eine Hierarchie am Herde ausgetüftelt, die aus lauter...weiterlesen


19.06.2014

Künftig ohne Miss und Sir?

„Miss, Miss!“: Das Schulkind weiß was und will unbedingt drankommen. Wenn das Fingerschnippen beim Aufzeigen nicht reicht, muss es eben die Lehrerin ansprechen. Aber der Ausdruck „Miss“ für die pädagogische Fachkraft weiblichen Geschlechts, egal ob verheiratet oder ledig, soll in Großbritannien abgeschafft werden. Auch „Sir“ für männliche Lehrer soll verschwinden, fordern Bildungsforscher. Statt der beiden Bezeichnungen, die jahrhundertelange Tradition haben, sollen Schulkinder künftig den...weiterlesen


02.06.2014

Danke fürs Trinkgeld

Trinkgeld

Bei uns gibt man Trinkgeld, in Großbritannien einen „tip“. Es existiert auch ein Verb dazu, „to tip“. Anders als in Amerika ist „tipping“ aber kein Zwang, sondern richtet sich nach der Kundenzufriedenheit, weil auf der Rechnung in aller Regel schon ein „service charge“ einkalkuliert ist. Zehn bis fünfzehn Prozent sind üblich. Soweit so klar, aber woher kommt der Ausdruck „tip“? Immer wieder ist die Geschichte zu hören, ein Londoner Gastwirt des 17. Jahrhunderts habe dereinst eine Gelddose...weiterlesen