Sprachecke

19.06.2014

Künftig ohne Miss und Sir?

„Miss, Miss!“: Das Schulkind weiß was und will unbedingt drankommen. Wenn das Fingerschnippen beim Aufzeigen nicht reicht, muss es eben die Lehrerin ansprechen. Aber der Ausdruck „Miss“ für die pädagogische Fachkraft weiblichen Geschlechts, egal ob verheiratet oder ledig, soll in Großbritannien abgeschafft werden. Auch „Sir“ für männliche Lehrer soll verschwinden, fordern Bildungsforscher. Statt der beiden Bezeichnungen, die jahrhundertelange Tradition haben, sollen Schulkinder künftig den...weiterlesen


02.06.2014

Danke fürs Trinkgeld

Trinkgeld

Bei uns gibt man Trinkgeld, in Großbritannien einen „tip“. Es existiert auch ein Verb dazu, „to tip“. Anders als in Amerika ist „tipping“ aber kein Zwang, sondern richtet sich nach der Kundenzufriedenheit, weil auf der Rechnung in aller Regel schon ein „service charge“ einkalkuliert ist. Zehn bis fünfzehn Prozent sind üblich. Soweit so klar, aber woher kommt der Ausdruck „tip“? Immer wieder ist die Geschichte zu hören, ein Londoner Gastwirt des 17. Jahrhunderts habe dereinst eine Gelddose...weiterlesen


28.04.2014

Es grünt so grün

envy

Jetzt ist draußen alles grün, was grün sein soll. Und grün ist ja auch die Hoffnung – auf einen tollen Sommer! Im englischen Sprachgebrauch jedoch hat diese Farbe (auch) eine ganz andere Bedeutung. Sie steht für Neid und Eifersucht. Während man bei uns „gelb vor Neid“ wird, heißt das bei den Briten „green with envy“. Die Eifersucht wird auch das grünäugige Monster genannt. Das ist keine neue Wortschöpfung, sie ist schon bei Shakespeare im „Othello“ nachzulesen, und Othello ist Experte für...weiterlesen


06.03.2014

So richtig nett. Oder doch nicht?

„He is so nice!“ – das ist ein Kompliment, klar. So ein netter Kerl. Aber das Wort „nice“ hat, wie ja so manche Vokabel nicht nur der englischen Sprache, einen Bedeutungswandel durchgemacht. Wer hätte gedacht, dass es früher „albern“ hieß? Wie es dazu kommen konnte? „Nice“ stammt vom lateinischen „nescius“ ab, und das heißt: unwissend. Im 14. Jahrhundert taucht es erstmals in der Bedeutung „dumm, albern“ auf und erlebt im Lauf der Jahrhunderte noch manche weitere Wendung zum Negativen:...weiterlesen


17.01.2014

Käse und Kreide

Mancher Käse sieht fast aus wie Kreide - Quelle Wikipedia

Neulich waren wir in einem wirklich bezaubernden Bed&Breakfast namens „Chalk and Cheese“ in der Nähe von Kings Lynn in Norfolk. Da es in einem alten Schulhaus untergebracht ist, spielt der Name einerseits auf die frühere Bestimmung an, denn Kreide (chalk) war früher hier zu finden, heute gibt´s Essen, auch Käse. Andererseits ist „as different as chalk and cheese“ oder auch „as different as chalk from cheese“ eine sehr gängige Redewendung. Bei uns heißt das „so unterschiedlich wie...weiterlesen


10.12.2013

Die Fast-Wörter des Jahres

„Selfie“ ist ja das englische Wort des Jahres, gekürt vom Oxford Dictionary. Neu war für uns, dass dieser Begriff – das mit dem Smartphone aufgenommene Selbstporträt – erstmals in Australien verwendet worden ist (und zwar schon 2002). Wundert aber nicht, denn die Australier verkleinern alles verbal, vielleicht, weil ihr Land so riesig ist: „barbie“ statt barbecue zum Beispiel, „tinnie“ für eine Dose Bier und „Aussie“ statt „Australian“. Dass sie dabei die Endung „ie“ nehmen statt „y“, ist...weiterlesen


19.11.2013

Grübeln über Glühwein – wieso heißt er „mulled wine“?

Wer jetzt in London und anderswo in Großbritannien über die Weihnachtsmärkte schlendert, der trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schilder, die „gluhwein“ anpreisen. Denn Glühwein liegt voll im Trend, und wenn auch an den Strichelchen auf dem U gespart wird, so doch nicht am Alkohol, am Zucker und an den Gewürzen. Eigentlich heißt Glühwein aber im Englischen „mulled wine“ und ist seit Jahrhunderten beliebt und bekannt. Aber wieso „mulled“? „To mull“, meist mit dem Zusatz „over“ gebraucht,...weiterlesen