Sprachecke

28.04.2014

Es grünt so grün

envy

Jetzt ist draußen alles grün, was grün sein soll. Und grün ist ja auch die Hoffnung – auf einen tollen Sommer! Im englischen Sprachgebrauch jedoch hat diese Farbe (auch) eine ganz andere Bedeutung. Sie steht für Neid und Eifersucht. Während man bei uns „gelb vor Neid“ wird, heißt das bei den Briten „green with envy“. Die Eifersucht wird auch das grünäugige Monster genannt. Das ist keine neue Wortschöpfung, sie ist schon bei Shakespeare im „Othello“ nachzulesen, und Othello ist Experte für...weiterlesen


10.12.2013

Die Fast-Wörter des Jahres

„Selfie“ ist ja das englische Wort des Jahres, gekürt vom Oxford Dictionary. Neu war für uns, dass dieser Begriff – das mit dem Smartphone aufgenommene Selbstporträt – erstmals in Australien verwendet worden ist (und zwar schon 2002). Wundert aber nicht, denn die Australier verkleinern alles verbal, vielleicht, weil ihr Land so riesig ist: „barbie“ statt barbecue zum Beispiel, „tinnie“ für eine Dose Bier und „Aussie“ statt „Australian“. Dass sie dabei die Endung „ie“ nehmen statt „y“, ist...weiterlesen


19.11.2013

Grübeln über Glühwein – wieso heißt er „mulled wine“?

Wer jetzt in London und anderswo in Großbritannien über die Weihnachtsmärkte schlendert, der trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schilder, die „gluhwein“ anpreisen. Denn Glühwein liegt voll im Trend, und wenn auch an den Strichelchen auf dem U gespart wird, so doch nicht am Alkohol, am Zucker und an den Gewürzen. Eigentlich heißt Glühwein aber im Englischen „mulled wine“ und ist seit Jahrhunderten beliebt und bekannt. Aber wieso „mulled“? „To mull“, meist mit dem Zusatz „over“ gebraucht,...weiterlesen


11.11.2013

Spinner und Doktoren

Auch in deutschsprachigen Medien begegnet uns der „Spin Doctor“. Der muss sich zwar, anders als manch andere Doktoren, keine Sorgen um Plagiatsvorwürfe machen – er hat nämlich meistens gar keinen Doktortitel. Trotzdem ist ihm kein guter Ruf vergönnt. Denn ein Spin Doctor hat die Aufgabe, eine ziemlich verfahrene Situation so darzustellen, dass sie weniger verfahren aussieht oder, falls er oder sie geschickt ist, sogar richtig gut. „Spin“ heißt im Englischen (unter anderem) „Drall“, also eine...weiterlesen


07.11.2013

Von Gift und Gaben, vergiften und vergeben

Garantiert kein Gift!

Nun wird es langsam Zeit, sich über die Weihnachtsgeschenke Gedanken zu machen. Wer gern mal in englischen Zeitschriften blättert oder auf englischen Websites stöbert, der stößt jetzt immer wieder auf den Ausdruck „the perfect gift“ und dergleichen. Da wir alle gut aufgepasst haben im Englischunterricht, wissen wir natürlich, dass „gift“ Geschenk heißt und nicht etwa Gift... aber wie kommt es eigentlich zu diesem besonders tückischem „falschen Freund“?

Gemeinsame Wurzel ist sicher...weiterlesen


20.09.2013

Sprachecke: selfie

Wissen Sie, was ein "selfie" ist? Das ist ein Foto, das man von sich selbst aufnimmt, üblicherweise mit einem Handy und dem Ziel, es bei Facebook einzustellen. Wenn Sie also Menschen sehen, die ihr Mobiltelefon auf Armeslänge in die Höhe halten und je nach Typ verschmitzt, fröhlich oder bierernst dreinschauen – dann machen die gerade "selfies". Im Oxford Dictionary steht das Wort noch nicht, angeblich aber auf der Prüfliste, Wikipedia war natürlich schneller. Ob "selfies" nun eine gute Idee...weiterlesen


25.06.2013

O Mist!

Homophone, Mist

Neulich war gerade das Nachbarskind zu Besuch, als "Mull of Kintyre" im Radio lief. Obwohl schon etwas angejahrt, stieß das Lied beim jungen Publikum auf Begeisterung. Jedes Mal, wenn Paul McCartney "O mist rolling in from..." sang, kicherte das Nachbarskind. "Wir haben ein Lied über Mist gehört", informierte es seine Mutter beim Abholen. So schnell ist er verspielt, der Ruf als seriöser Babysitter. "Mist" heißt Dunst, Nebel oder Hauch und klingt im Englischen romantisch und geheimnisvoll....weiterlesen