Sprachecke

29.12.2014

Twixmas – zwischen den Jahren

twixmas

Eigentlich dauert die Weihnachtszeit (nicht nur) in Großbritannien zwölf Tage und endet am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Doch dem Gefühl nach ist das schönste Fest des Jahres am 27. Dezember vorbei. Da räumen dann auch viele Leute schon den Weihnachtsbaum weg. Die Zeit, die wir etwas unpräzise „zwischen den Jahren“ nennen, heißt auf den Britischen Inseln „Twixmas“. Dieser noch recht neue Begriff hat nichts mit Schokoriegeln zu tun, sondern setzt sich zusammen aus Christmas oder Neu-Englisch...weiterlesen


08.12.2014

Fremdwörter auf britische Art

Uber oder Über

Die Briten haben es nicht leicht mit Fremdwörtern. Alles, was griechischen oder lateinischen Ursprungs ist, passt irgendwie nicht zur englischen Aussprache. Geht´s um Wörter deutscher Herkunft, lauern Umlaute wie das „Ü“ in „über“. Wie soll man das denn aussprechen? Muss man sich Kopf und Zunge zerbrechen? Nein, es wird einfach angliziert – alles andere wäre „uber efficient“, übertrieben gründlich. Das Schöne an dieser Einstellung ist nicht nur ihre Einfachheit. Nein, sie ist auch von...weiterlesen


17.11.2014

Lauter Chefsachen

Wenn der Chef kocht...

Wer einen guten Chef (oder eine gute Chefin) hat, kann sich glücklich schätzen. Und wer in Großbritannien einen guten „chef“ erwischt, freut sich ebenfalls. Dasselbe ist das aber nicht. Denn ein „chef“ ist ein Koch, und zwar ein ganz normaler, kein Chefkoch. Verwirrend? Leider ja, und es wird noch komplizierter.

Dass die Leute in der Küche in Großbritannien „chefs“ sind, liegt an den Franzosen. Diese Meister der Kochkunst haben eine Hierarchie am Herde ausgetüftelt, die aus lauter...weiterlesen


28.04.2014

Es grünt so grün

envy

Jetzt ist draußen alles grün, was grün sein soll. Und grün ist ja auch die Hoffnung – auf einen tollen Sommer! Im englischen Sprachgebrauch jedoch hat diese Farbe (auch) eine ganz andere Bedeutung. Sie steht für Neid und Eifersucht. Während man bei uns „gelb vor Neid“ wird, heißt das bei den Briten „green with envy“. Die Eifersucht wird auch das grünäugige Monster genannt. Das ist keine neue Wortschöpfung, sie ist schon bei Shakespeare im „Othello“ nachzulesen, und Othello ist Experte für...weiterlesen


10.12.2013

Die Fast-Wörter des Jahres

„Selfie“ ist ja das englische Wort des Jahres, gekürt vom Oxford Dictionary. Neu war für uns, dass dieser Begriff – das mit dem Smartphone aufgenommene Selbstporträt – erstmals in Australien verwendet worden ist (und zwar schon 2002). Wundert aber nicht, denn die Australier verkleinern alles verbal, vielleicht, weil ihr Land so riesig ist: „barbie“ statt barbecue zum Beispiel, „tinnie“ für eine Dose Bier und „Aussie“ statt „Australian“. Dass sie dabei die Endung „ie“ nehmen statt „y“, ist...weiterlesen


19.11.2013

Grübeln über Glühwein – wieso heißt er „mulled wine“?

Wer jetzt in London und anderswo in Großbritannien über die Weihnachtsmärkte schlendert, der trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schilder, die „gluhwein“ anpreisen. Denn Glühwein liegt voll im Trend, und wenn auch an den Strichelchen auf dem U gespart wird, so doch nicht am Alkohol, am Zucker und an den Gewürzen. Eigentlich heißt Glühwein aber im Englischen „mulled wine“ und ist seit Jahrhunderten beliebt und bekannt. Aber wieso „mulled“? „To mull“, meist mit dem Zusatz „over“ gebraucht,...weiterlesen


11.11.2013

Spinner und Doktoren

Auch in deutschsprachigen Medien begegnet uns der „Spin Doctor“. Der muss sich zwar, anders als manch andere Doktoren, keine Sorgen um Plagiatsvorwürfe machen – er hat nämlich meistens gar keinen Doktortitel. Trotzdem ist ihm kein guter Ruf vergönnt. Denn ein Spin Doctor hat die Aufgabe, eine ziemlich verfahrene Situation so darzustellen, dass sie weniger verfahren aussieht oder, falls er oder sie geschickt ist, sogar richtig gut. „Spin“ heißt im Englischen (unter anderem) „Drall“, also eine...weiterlesen