Sprachecke

09.02.2017

Die haben einen Spleen!

Engländer, so sagt man, sind spleenig. Oder: Sie haben einen Spleen. Gemeint ist, dass sie leicht verrückte Angewohnheiten haben. Zum Beispiel ziehen sie sich bei Kälte nicht warm an, manche gehen sogar im Winter im Meer baden. Sie träufeln Essig auf ihre Pommes, spielen kostümiert historische Schlachten nach, stehen mit Inbrunst Schlange und so weiter und so fort. Hierzu ist zweierlei zu sagen: Erstens sind das natürlich alles Klischees, ist ja klar (aber, wie immer, nicht völlig ohne wahren...weiterlesen


02.02.2017

Stadtmenschen, Teil drei: Die Brummies

„Brummie“, das klingt so gemütlich. Es kommt von „Brum“, dem Spitznamen Birminghams. Diese Stadt im mittleren Westen ist die zweitgrößte nach London und war früher ein Zentrum der Industrie, vor allem der Metallindustrie. Die Einheimischen nennen sich Brummies und sprechen auch Brummie und, ja, sie sind gemütlich. Ihr Dialekt wird allerdings mitunter als der unattraktivste des Landes und als besonders schwer verständlich gescholten. Wir sagen: Das ist sehr ungerecht! Wer sich selbst ein Bild...weiterlesen


24.01.2017

Stadtmenschen, Teil zwei: Die Geordies

Wer aus Newcastle upon Tyne stammt, ist ein Geordie und froh darüber. Dieser Menschenschlag spricht einen eigenen Dialekt, der ebenfalls Geordie heißt und genauso klingt, wie die Leute hier oben im Nordosten Englands sind: freundlich, aber deutlich (weniger von der Aussprache als von der Aussage her…).  Sie halten nicht hinter dem Berg mit ihrer Meinung, finden Vornehmtuerei albern und haben das Herz auf dem rechten Fleck. Das mag ein Klischee sein, klar, aber das Schöne an Klischees ist...weiterlesen


19.01.2017

Stadtmenschen, Teil eins: Die Scouser

Liverpool ist eine der interessantesten Städte Großbritanniens und hat so ziemlich alles erlebt: bescheidene Anfänge, Aufschwung und gewaltigen Reichtum ab dem 17. Jahrhundert, sogar Weltbedeutung als Handelshafen (leider, man darf es nicht verschweigen, auch für den Sklavenhandel). Später Kriegszerstörung, dann einen beispiellosen kulturellen Schub mit den Beatles und Co., aber auch wirtschaftlichen Niedergang in den unruhigen 1970ern. Heute hat die Stadt viele Gesichter, schön restaurierte...weiterlesen


30.12.2016

Das Jahr im Wort

Sprache lebt und ist immer auch ein Spiegel ihrer Zeit. Anders als beispielsweise die Gesetzgebung, die hinter neuen Entwicklungen herhinkt, sind neue Wörter schnell zur Stelle und breiten sich, wenn sie passen, rapide aus. Deshalb hat das Oxford Dictionary jetzt auch den Begriff „Brexit“ offiziell aufgenommen, nach einer nur sehr kurzen Prüfzeit. Denn eigentlich sind die Gralshüter der englischen Sprache da sehr vorsichtig. Sie wollen keine Eintagsfliegen im Wörterbuch! Brexit jedoch wird...weiterlesen


08.11.2016

Bitte recht freundlich

Kind vs. Friendly

Bald ist „Kindness Day“, Tag der Freundlichkeit (am 13. November). Da sollen wir alle ganz liebevoll miteinander umgehen und dies nach Möglichkeit auch beibehalten, wenn die Uhr auf Mitternacht springt. Denn echte, von Herzen kommende Freundlichkeit verschönert uns allen den Alltag und ist auch noch gut für die Gesundheit, die eigene und die des Empfängers. Lauter gute Gründe! In Großbritannien kümmert sich eine eigene Organisation, Kindness UK, um das freundliche Miteinander. Sie gibt viele...weiterlesen


19.10.2016

Sorry, sorry!

Sorry, sorry

Das Wörtchen „sorry“ muss eines der am häufigsten gebrauchten in der englischen Sprache sein, jedenfalls in England. Es passt eigentlich immer. Tritt man jemandem auf den Fuß, sagen beide – Opfer und Täter – „sorry“, oft gleichzeitig. Jeder unbeabsichtigte Rempler wird (auch) vom Angerempelten mit einer Entschuldigung quittiert. Das ist ein Reflex und heißt nicht, dass Engländerinnen und Engländer sich häufiger schuldig fühlen als Angehörige anderer Völker, aber sie haben von klein auf gelernt,...weiterlesen