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Die feine englische Art

Rosige Aussichten

Rosige Aussichten

Die „English Rose“ ist weltberühmt, weil sie wunderschön blüht, gut riecht und im Klima der Britischen Inseln wächst und gedeiht. Außerdem ist sie, in stilisierter Form, auch das Nationalsymbol des Landes. Und ein Schönheitsideal – nämlich ein ganz bestimmter Frauentyp.

Rosen sind Ureinwohnerinnen Großbritanniens, wenn auch viele Züchtungen mit der einfachen Heckenrose nur noch wenig gemeinsam haben.  Die englische Rose, wie wir sie uns heute vorstellen, geht auf David Austin zurück, den Rosenmann schlechthin. 1926 geboren, begann er schon in den 1940ern, mit alten, fast ausgestorbenen Sorten zu experimentieren und sie mit modernen Varianten zu kreuzen. Sein Ziel waren üppige, rundköpfige Blüten, betörender Duft und dazu Widerstandskraft, damit auch Nicht-Experten sie in ihren Gärten ansiedeln und Freude an ihnen haben konnten. Eine echte David-Austin-Rose ist also keine Zimperliese, sondern eine toughe Schönheit! Die erste „English Rose“, die Austin 1961 auf den Markt brachte, nannte er „Constance Spry“ nach einer bekannten Autorin und Floristin.

Die Wappenrose Englands gleicht allerdings eher der ursprünglichen Heckenrose. Sie setzt sich aus roten und weißen Blättern zusammen, und das hat einen tieferen Sinn: Der „Rosenkrieg“ („War of the Roses“) zwischen den Adelsgeschlechtern York und Lancaster zerriss im Mittelalter das Land. Als er 1485 mit der Thronbesteigung Heinrichs VII. nach 30 Jahren endlich zu Ende ging, vereinte der neue König die rote Wappenrose der Lancasters mit der weißen der Yorks. (Dass man unter dem Begriff „Rosenkrieg“ heute besonders schreckliche Scheidungen versteht, geht aber auf einen Kinofilm dieses Namens zurück, in dem die Ehepartner oder vielmehr Todfeinde mit Nachnamen Rose hießen … dies nur am Rande).

Der Frauentyp „English Rose“ hat einen rosigen, klaren Teint, strahlende Augen und ein natürliches Aussehen ohne dicke Make-up-Schichten. Frisch wie ein Rosenblatt eben! Die Haarfarbe spielt dabei eigentlich keine Rolle. Prinzessin Diana, der Prototyp der Englischen Rose, war blond, ihre Schwiegertochter Kate ist brünett und verkörpert ebenfalls – als würdige Nachfolgerin – dieses Ideal. Andere Kandidatinnen, die öfter mit diesem Ehrentitel bedacht werden, sind die Schauspielerinnen Kate Winslet und neuerdings auch Emma Watson.

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