Die feine englische Art

Zum Lachen auf die Insel


Christian Schulte-Loh wirft einen liebevollen Blick aufs Stammland des Humors


„Deutscher Komiker in England“ steht vermutlich nicht auf der Liste der riskantesten Berufe. Sollte er aber. Zumindest fürs Selbstbewusstsein birgt der Job, den sich Christian Schulte-Loh erwählt hat, so manche Gefahr. Das britische Publikum ist, was Humor angeht, selbst gut ausgestattet und verwöhnt und hält die Deutschen nicht unbedingt für ebenbürtig. Um es mal höflich auszudrücken. Aber: Es lässt sich auch gern überraschen und überzeugen. Und so geht mancher Auftritt in den Londoner Clubs zwar anfangs gehörig daneben, aber andere laufen – zur Überraschung aller Beteiligten – richtig gut. Inzwischen ist Schulte-Loh, 1979 im Ruhrgebiet geboren, etabliert in der Londoner Comedian-Szene und tritt sogar im legendären „Comedy Store“ auf. Was ihm auf dem Weg dorthin widerfahren ist, hat er aufgeschrieben: „Zum Lachen auf die Insel“, im Piper Verlag erschienen, ist eine lustige Lektüre und zugleich eine Liebeserklärung an die Wahlheimat. Aktuell ist sie auch, denn das letzte Kapitel handelt vom Brexit.

Als Neuling auf der Insel wundert sich der junge Mann zunächst über allerlei – zum Beispiel die zärtlichen Kosenamen, mit denen ihn die Verkäuferin im Sockenladen bedenkt. Er braucht eine Weile, ehe er merkt: Die sagt zu jedem „love“ und „darling“, das ist einfach so üblich. In Newcastle trägt, wer abends ausgeht, möglichst wenig Kleidung (dafür aber turmhohe Absätze, jedenfalls die Frauen). Sagt jemand „nice one“, dann ist das kein Kompliment, sondern das Gegenteil. Und es ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied, ob sich jemand nach einem Anrempler mit „sorry“ oder mit „cheers“ entschuldigt…

Als Zugereister bemerkt der Deutsche vieles, woran sich die Briten gewöhnt haben: Wohnraum in London ist völlig unbezahlbar, und ein vier Quadratmeter großes Zimmer wird einem als Chance „to live like the locals“ angedreht. Ist die Gegend mies, nennt der Makler sie „up and coming“, also aufstrebend. Die Klassengesellschaft lebt und gedeiht, und nur in Großbritannien kann man mittels einer bestimmten Supermarkttüte belegen, dass man zur besseren Gesellschaft zählt. Ein „café“ ist kein Café, sondern das, was man im Englischen einen „greasy spoon“ nennt, also eine leicht schmierige Imbissbude, wo es aber guten Tee für 60 Pence gibt. Und: Die Briten erlauben Witze auf ihre Kosten und finden sie sogar richtig komisch.

Auf seinem Weg zum Erfolg entwickelt Christian Schulte-Loh zudem so manche schlaue Strategie. Zum Beispiel merkt er, dass es ohne Manager nicht geht, deshalb erfindet er kurzerhand seine Managerin Christine. Sie steht ihm auch heute noch gelegentlich mit Rat und Tat zur Seite. Geht es ihm schlecht, greift er zur typisch englischen Übersprunghandlung: Er macht sich erstmal „a nice cup of tea“. Auf der Bühne schaut er sich den „self-deprecating humour“ ab, nimmt sich also selbst auf die Schippe: Ein deutscher Comedian – das ist doch ein Paradoxon. Und wenn der dann auch noch zwei Meter groß ist und von sich behauptet, dass er wie ein Hund aus einer Comicserie aussieht...dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Applaus!

Und zumindest eine Anforderung, beim Publikum anzukommen, erfüllt er von Natur aus: „At least he´s not French.“, sagt einer der Zuschauer.  Wenigstens ist er kein Franzose.

„Zum Lachen auf die Insel“ ist ein witziges und originelles Buch. Es gewährt liebevoll skizzierte Einblicke in die Skurrilitäten britischer Kultur – und in die Szene der Stand-up-Comedy.

Hier geht´s zum Gewinnspiel rund um das Buch „Zum Lachen auf die Insel“, das wir gemeinsam mit dem Piper Verlag veranstalten: https://www.piper.de/england-gewinnspiel

Wer das Buch bestellen möchte, kann dies gern in unserem Shop tun!

 

 

 


 

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