Der Vater der Queen

Georg VI. (offizielles Hofporträt um 1940)

Georg VI. (offizielles Hofporträt um 1940)

Ein Mann, der viel zu sagen hat und doch die Worte nicht findet: Das ist der Eindruck, den  König George VI., gespielt von Colin Firth,  im Film „The King´s Speech“ hinterlässt. Jedenfalls am Anfang, später wird es ja besser. Sogar die Königin höchstselbst fand die Darstellung ihres Vaters gelungen. Der echte George, eigentlich Albert genannt, kam vor 120 Jahren zur Welt, am 14. Dezember 1895.

Ein Königskind zu sein, verheißt nicht automatisch ein leichtes Leben – dafür ist Albert Frederick Arthur George ein gutes Beispiel. Sein Vater, George V., muss sehr streng gewesen sein, die Mutter weitgehend abwesend, wie das damals so war im Adel. Wer aber von Natur aus so sensibel ist, wie es diesem Mann schon ins Gesicht geschrieben stand, der gedeiht nicht in rauer Atmosphäre. „Bertie“,  wie er gerufen wurde, war viel krank, stotterte schon als Kind, wurde als sehr schüchtern beschrieben und, wie übrigens auch sein Enkel Charles, in der Schule geärgert. Das interessierte damals keinen Menschen. Glück fand Albert – der sich aus Respekt vor seinem Vater als König ebenfalls George nannte –in seiner Ehe und Familie. Wie liebevoll die Beziehung zu den Töchtern Elizabeth und Margaret war, lässt sich auf vielen Filmaufnahmen erahnen.

Er hätte zurückgezogen leben und vielleicht auch älter werden können als 56, hätte nicht sein Bruder Edward nach nur elf Monaten auf dem Thron abgedankt, um seine mehrfach geschiedene Freundin Wallis Simpson zu heiraten. Das war damals ein unglaublicher Skandal, der die Monarchie in den Grundfesten erschütterte. Dem pflichtbewussten Albert blieb nichts anderes übrig, als selbst König zu werden, was er weder wollte noch sich zutraute, aber doch mit Leben füllte. In der Bevölkerung wurde  er sehr beliebt, auch, weil er mit der Familie im Krieg den Bomben zum Trotz in der Hauptstadt blieb. Die Botschaft: Ich bin einer von euch. Das war etwas Neues.

Georges Sprachfehler machte ihm öffentliche Auftritte ein Leben lang zur Qual. Im Internet ist die echte „King´s Speech“ bei einer Ausstellungseröffnung von 1938 zu hören, die als Szene auch zum Auftakt des Films vorkommt: immer wieder von Pausen unterbrochen, langsam und  abgehackt, mit der Betonung an den falschen Stellen – den Film können Sie sich hier anschauen (hier klicken). Mit Hilfe seines unkonventionellen Sprachlehrers bekam er das Problem aber einigermaßen in den Griff. Unvergessen ist seine Rede zum Kriegseintritt Großbritanniens 1939.

George war immer schon von schwacher Gesundheit, und dass er Kette rauchte, half nicht. So starb er 1952 lange vor seiner Zeit, schwer an Lungenkrebs und Arteriosklerose erkrankt. Seitdem ist seine Tochter, die 2016 ihren 90. Geburtstag feiern kann, Königin.

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